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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1931-01-01 · 1931 · page 85

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1931
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 85)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721049--84-2726376
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in Verfolg seiner Aufgabe stets begünstigten Juden mühten sich Bürgerschaft, Kaufmannschaft und Rat vergebhch. . So gelangten die Bemühungen des Breslauer Magistrates, trotz der liebevollen ,Förderung durch das Oberamt, nicht bald zum Ziel. Die Ungeduld von Kaufmannschaft und Zünften, ihre Unzufriedenheit mit dem mangelnden Erfolg, richtete sich nun gegen alle Instanzen im Lande und am Hqfe, Kommerz-Kollegium wie Hofkanzlei, in d£11en sie ,*die wichtigen Stützen“ der schjesischen J udenschaft vermuteten. Von der Entsendung einer Deput atipn nach Wien, die vom Kaiser Schutz und Hilfe gegen die Juden erbitten:sollte, hat der Breslauer Rat, ungeachtet des Drängens der Bürgerschaft, anscheinend nichts wissen wollen145. Die Stimmung bei Hofe war seinen Plänen noch nicht geneigt. Das Landesinteresse, das vom Kommerz-Kollegium wahrgenommen wurde, sprach für die Juden; rechtliche und fiskalische Bedenken stellten sich der Engherzigkeit der ״treuen Patrioten“ hemmend entgegen. Nun wollte man den Juden durch kleinliche Chikanen beikommen. Auswärtigen schlesischen Juden, die zur Jahrmarktszeit in die Stadt kommen wollten, wurden die Passierscheine verweigert146. Den Vorstadtjuden wurde der Zutritt zur Stadt nur durch Oder- und Ohlauertor gestattet; über Ein- und Ausgang wurde schärfste Kontrolle geführt147. Die Vermehrung der Breslauer Juden wurde unterbunden, Handel und Wandel wurden gestört. Wo das Gesetz versagte, griff die Willkür Platz. Verfolgungen von Juden auch in den Vorstädten, die außerhalb der Jurisdiktion des Breslauer Magistrates standen, Wegnahme von Waren, Bedrohung mit Überfällen während der Jahrmarktszeiten, Gewalttaten aller Art waren an der Tages- Ordnung; sie gingen nicht vom ungezügelten Mob, sondern von der Breslauer Kaufmannschaft aus148. All diese Angriffe ver- 145 . . . , ״die ganze Communität erbittet angelegentlich . . . durch die an den kais. Höf abzüsendende Deputation den kais. Schutz, . . . weil diese Juden öfters wichtige Stützen hinter sich haben“, Bresl. Stadt-A. H 48, 2, Fragment v 0 r 1729. 146 Beschwerde von Schutzjuden 5. 3. 1732,ibd. Lose Jud.-A.NNN 510, f. 48. 147 Bresl. Stadt-A. H .48, 2, Beantwortung d. Grav., v. 17. 4. 1734, ad Gr. I. 148 Beschwerde der unter Jurisdiktion St. Mathiae wohnenden Daniel Kuh, Elias Isaac Haaber u. a. an K. O. A., 11. 3. 1733, ״. . . daß wehrender Jahrmarktszeit hiesige Kaufmannschaft uns sämtliche Juden an der Jahrmarktsfreiheit, und freyen negotio turbiren, uns und sie ebenfalls über-

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