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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1931-01-01 · 1931 · page 84

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1931
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 84)
Language
German
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52 des Kaisers bedurfte, konnte der Rat vorderhand die Ausweisung unprivilegierter schlesischer Juden aus Breslau nicht erzwingen. Zu den Unprivilegierten zählte der Breslauer Rat auch die Giogauer und Zülzer Juden, weil sie nach seiner Rechtsauffassung, durch den dauernden oder selbst zeitweiligen Aufenthalt in Breslau, außer den Jahrmarktszeiten, ihrer Gemeinschaftsprivilegien verlustig gingen. Viele von ihnen gehörten jedoch zu den einflußreichsten Kaufleuten in Breslau140. Diese konnte der Rat nicht aus der Stadt verdrängen141. In edlem Wettstreit mit dem Breslauer Rat ging der Landeshauptmann von Schlesien mit eigener Initiative beim Kaiser gegen die Rechte der privilegierten Juden vor. Das Vorrecht der Privi־ legierten auf Freiheit von Sondersteuem stellte sie allzu sehr in eine Reihe mit den vollberechtigten Bürgern. Deswegen versuchte das Oberamt, den Kaiser für eine Sonderbesteuerung der privilegierten Juden in Breslau wie aller übrigen schlesischen Privilegierten zu gewinnen. Der Breslauer Judenkommission sollte — wohl für die Breslauer Privilegierten — die Bemessung der Steuer übertragen werden142. Zu diesem Rechtsbruch fand sich die Hofkanzlei nicht bereit. Man konnte wohl den Privilegierten Schaden zu־ fügen, aber nicht ihre volle Entrechtung erlangen. Den Vertretern der ausländischen Judenschaften, den sögenannten Schamessen, die in erster Linie die Handelsmittler des Osthandels waren, gaJt die besonders erbitterte Gegnerschaft der Kaufleute und Zünfte143. Nach den Klagen der Bürgerschaft verstanden es gerade diese Handelsfaktoren am besten, ihr Recht zu behaupten.144 Um die Ausweisung dieser, vom Kommerz-Kollegium 140 S. Liste der in Breslau wohnenden 12 Giogauer privil. jüd. Familien, ibd. Rep. 13 AA II 21 b, f. 35, Consign. v. 12. 1. 1722; i. J. 1737 waren in Breslau 37 Glog. Familien, s. Brann, G. d. L. R. S. 7, Anm. 2, vgl. Die schlesische Judenheit etc. S. 10, Anm. 1. Ueber. Hirschei Benedict mit seinem Anhang vgl. oben Anm. 69 u. Brann, Gesch. d. J: i. Schl. VI, S. 236. 141 Eingabe der Kaufmannschaft v. 14. 3. 1730 an den Rat wegen Abschaffung der privil. Giogauer Juden aus Breslau, Bresl. Stadt-A. Lose Jud. A. NNN 508 c, f. 38. 142 Gutachtl. Bericht des K. O. A. an den Kaiser wegen der von den Brüdern Hirschei angesuchten Prorogation u. Extension ihres Privilegs, 18. 5. 1729, Bresl. Staats-A. Rep. 16, F. Bresl. II 8 h, f. 13 b u. 14. 143 Beantwortung d. Gravam., 1. 4. 1730, ad I, Bresl. Stadt-A. H 48, 2 und Beschwerde des Kaufmannsältesten und der Rates an K. 0. A., 25. 7. und 5. 8. 1733, Bresl. Staats-A. Rep. 16, F. Bresl. II 8 h, f. 22—35. 144 Bresl. Stadt-A. H 48, 2 a. a. O.

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