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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1931-01-01 · 1931 · page 71

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1931
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 71)
Language
German
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IRI
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39 herrschaften wie auch von den Behörden willig aufgenommen9®. Zu Beginn der 20er Jahre des 18. Jahrhunderts veranlaßte die judenfeindliche Bewegung in Böhmen viele der Verdrängten, eine neue Heimat zu suchen100. Von besonderer Bedeutung war auch der Zuwachs, den die schlesische Judenschaft aus deutschen Landen erfuhr101. Die beiden privilegierten Judengemeinden Glogau und Zülz, wie auch Breslau und seine Vorstädte, wiesen nunmehr eine stattliche Anzahl von jüdischen Seelen auf102. Der Osthandel, wie die anderen ausländischen Handelsbeziehungen, förderten, besonders in Breslau, die jüdische Niederlassung. Trotz aller scharfen Kontrolle, die das Juden-Amt, immer von neuem durch Zünfte, Kaufmannschaft und Rat ermuntert, ausübte, war nicht allein die Zahl der Einzelprivilegierten mit ihrem Anhang in Breslau stark angewachsen. Breslau beherbergte in der Stadt selbst, besonders aber in den unter kirchlicher Jurisdiktion stehenden Vorstädten, auch viele jüdische Handelsleute aus den privilegierten Gemeinden103 wie Unprivilegierte aus anderen Orten Schlesiens und geschlossene Gemeinschaften ausländischer Juden. 99 Einwanderung von Judenfamilien aus Lissa nach Guhrau während des schwedischen Krieges im Jahre 1709 (Bresl. Staats-A. Rep. 16, F. Bresl. II 8g, f. 6b.). 100 Die Reaktion auf diese Einwanderung ist d. O. A. Publikat. d. k. Befehls, ״daß keine aus Böhmen gejagte Juden in Schlesien sollen recipiret werden“, 20. 6. 1724, Walther II, S. 202. 101 Die vorerwähnte Berechnung über d. jüdischen Toleranz• Impost <Anm. 94) verzeichnet in Breslau wohnende Juden aus dem Brandenburgischen, Frankfurt, Halberstadt, Hamburg u. s. w. (Bresl. Staats־A. Rep. 13 AA II 21 f, f. 269 ff.). 102 Im Jahre 1725 zählte Glogau 1564 jüdische Seelen (Bresl. Staats-A. Rep. 25, St Glogau II 13 f, f. 156, vgl. Berndt a. a. 0. S. 40 und Brann a. a. O. VI, S. 223 Anm. 1), Zülz um die gleiche Zeit 180 Familien (Rabin a. a. 0. Anh. I, VII); Breslau wies im Jahre 1722 (nach Brann, G. d. L. R. S. 19) 775 Seelen auf; die annähernd gleiche Zahl ergibt sich aus einer Consignation (Bresl. Stadt-A. Lose Jud. A. NNN 498 c, f. 319—339, undat., wohl 1725), welche die Seelenzahl der privilegierten Juden mit ihrem Anhang auf 296, die Summe der in Breslau niedergelassenen ״recommandierten“ Juden mit Anhang auf 360, die zeitweilig in Breslau sich aufhaltenden Juden mit 99 beziffert. Die Vermehrung der Juden, besonders auf dem flachen Lande, ist aus einem Vergleich ersichtlich zwischen dem Extract einer Consignation von 1691/94 (Rabin a. a. 0. Anh. II) und der Sammlung ״Verzeichnisse der im Lande befindlichen Juden in den Jahren 1702—1737“ (Bresl. Staats-A. Rep. 13 AA II 21b), die eine bedeutend größere Zahl von Stätten jüdischer Niederlassung auf weist. 103 Vgl. Judenamtsconsign. über die dermalen in der Stadt Breslau mit Weib und Kind wohnenden Glogauer und Zilzer Juden, Bresl. Stadt-A. Lose Jud. A. NNN 502, f. 294/95, 6. 5. 1737, (37 Glog. Familien).

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