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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1931-01-01 · 1931 · page 61

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1931
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 61)
Language
German
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29 die Anerkennung ihrer Sonderrechte, des Wohnrechtes wie der vollen Freiheit ihrer Handelstätigkeit, bei den Landesgewalten und dem Kaiser zu erringen70. Eine rechtliche Differenzierung innerhalb der schlesischen Judenschaft war somit in doppelter Hinsicht das Ergebnis der neuen Ordnung. Und doch war die Rechtsbegründung der Einzelhalten (9. 9. 1721, ibd. Rep. 13 AA II 21 f, f. 9f.). E. Lazarus, seiner großen Verdienste um die Bresl. Münze sich bewußt, weist auf den großen Schaden hin, der durch jede Behinderung seiner Freiheit der kais. Münze erwachsen könnte, und beruft sich auf das ihm vom K. O. A. 1721 zugestandene Recht, beliebig auch verheiratete Handelsangestellte anzunehmen (ibd. f. 107) und hebt hervor, daß seine Münzagenten keinerlei anderen Handel betreiben. (Ibd. f. 106 ff. an K. O. A., prs. 27. 7. 1728.) Gleichen Schwierigkeiten begegnet der ״Wertheimerische Bestellte“ Gabriel Jacob (Petition 15. 8. 1728, ibd. f. 150 ff.). B Ein o. a. Pat. v. J. 1737 beschränkt von neuem allgemein das Famulizium der privil. Juden auf 4 Personen, s. Schreiben des Toleranzkollekteurs Joseph Lazarus an K. O. A., 10. 11. 1738, ibd. f. 383. Die Aus- Schaltung jüd. Handelsangestellten der privil. Juden, in der die Breslauer Kaufmannschaft ein Mittel gegen den jüd. Handel sah, wurde noch zuletzt von Maria Theresia dekretiert, s. ibd. Rep. 16, F. Bresl. II 8 f, f. 5 ff. 70 Dem possessionierten und ״als Bürger privilegierten Juden“ Moyses Libmann (Bresl. Staats-A. Rep. 13 AA II 21 f, f. 2 und 4), der als Branntweinarendator im Schutze der Standesherrschaft Friedeck stand (Schreiben d. Grafen 14. 8. 1721 ibd.), versagte zunächst das K. O. A. den Schutz der Privilegien und wies den Grafen v. Praschma auf Friedeck an, für den Toleranzkollekteur den Toi.־Impost mit doppelten und vierfachen Strafen eintreiben zu lassen (2. 3. 1722, ibd. f. 56 ff.). Auf die Petition anderer privilegierten Juden, Singer in Teschen, erfolgte eine o. a. Resolution, 20. 12. 1723, (ibd. f. 291b, im Wortlaut f. 296 f.), die die Rechte d. Privil. anerkannte. Das o. a. Pat. f. d. substituierten Pächter des jüd. Toleranzimpostes Aron Isaac und Jacob Löbel enthält eine An- Weisung, die Abforderung d. Tol.-Impostes b. d. privil. schles. Juden zu unterlassen, 20. 7. 1724, ibd. f. 68 ff.; aber noch im J. 1734 konnten sich Privilegierte nur schwer gegenüber den Lodeschen Kuratoren (ibd. f. 240, 250 und 252) unter Berufung auf frühere o. a. Dekrete die ״Lossprechung vom Toleranz-Impost“ erwirken (4. 9. 1734, ibd. f. 87—103). Dabei fanden viele Privilegierte, so Lewei Moyses und Lewei Moyzyschowitz Singer (Pless u. Nicolai), d. Goldschmied Joseph Simon u. Moyses Singer (Teschen) u. a. den Schutz ihrer Standesherrschaften u. d. Obrigkeiten wie in Bezug auf Exemption vom Toi.-Impost als auch bei der Wahrung ihrer bürgerlichen Rechte (24. 1. 1736, ibd. f. 291). Bemerkenswert ist, daß bei den Privilegierten aus Teschen das K. O. A. selbst dem Landeshauptmann und den Toleranzkollekteuren einschärft, die Erfüllung der bürgerlichen Pflichten verbürge den Juden auch den vollen Genuß der bürgerlichen Rechte (20. 12. 1723 und 12. 8. 1734, ibd. f. 94 und 95b).

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