Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2720904-2721049--59-2726351- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Die Befreiung von Toleranzimpost wurde in dem kaiserlichen Reskript auch für die Einzelprivilegierten, aber nur für diejenigen, die in Breslau seßhaft waren, ausgesprochen88. Allerdings wurden sie zugleich in anderen ihnen durch ihre Privilegien zugebilligten Rechten, der Annahme von Famulizpersonen, der Beschäftigung einer beliebigen Zahl von Handelsangestellten, wie es ihr Handel und Gewerbe erforderten, einschneidenden Beschränkungen unterworfen69. In der Folge waren die Einzelprivilegierten bestrebt, 21 f, f. 110 ff.). Die Kgl. Hofkanzlei erkannte die große Bedeutung seines vielfältigen Warenhandels an, mußte jedoch infolge der unablässigen Angriffe der Breslauer Kaufmannschaft sein Privileg auf den Handel mit Juwelen einschränken, Wien, 2. 10. 1731 (Bresl. Staats-A. Rep. 16 F. Bresl., II 8h, 1. 16 if.). Eine ebenso große wirtschaftliche Bedeutung hatte der K. Hoffaktor Philipp Lazarus Hirschei, Sohn, (nicht, wie Brann, a. a. O., annimmt, Enkel) des Lazarus Hirschei, dessen getreue und nützliche Verdienste 11m das Erzhaus von Oesterreich die Confirmation des Privilegs durch Karl VI., 19. 7. 1718, her vor hebt, vgl. K. Reskr. wegen Conf. des Privilegs von Ph. L. Hirschei, 21. 4. 1729 (Bresl. Staats-A. Rep. 16, F. Bresl. II 8h, f. 1—5b, dazu ibd. f. 12); die Toleranzpacht übernahm er im Jahre 1724 (K. O. A. Pat., 24. 5. 1724, Sammlg. Schles. Privil. II, CLXXV, p. 497); die Spezif. der in Breslau berindlichen Juden, 12. 8. 1721, verzeichnet ihn mit 7, z. T. verheirateten, Famulizpersonen und Lazarus Zacharias mit 5 Famulizpersonen. Ein Privileg besaß auch der Personal- und Juwelen- Accispächter Joseph Lazarus (Bresl. Staats-A. Rep. 16, F. Bresl. II 8i, f. 2), tätig von 23. 12. 1727 (ibd.) und erneut von 17. 11. 1730 (Sammlg. Schles. Privil. II, CCLXXIV, p. 716); nach Rep. 13 AA II 21 f, f. 128 (Bresl. Staats-A.) war er 1737 mit der Toleranz- und Accispacht betraut; die Resol. Maria Theresias. 24. 10.1740, wollte ihm ״wegen der nebst der Müntz- Lieferung annoch ob sich habenden Accis- und Toleranz-Collecta, . . . über die vorhin haltende sechs Bediente“ noch einen einzigen zugestehen (Bresl. Staats-A. Rep. 16 F. Bresl. II 8 f, f. 7b). 68 ״Die in Breslau sich aufhaltende privilegirte Juden anlängend wird fürs künfftige ausdrücklich hiermit determiniret, daß bemeldte .... Juden vor ihre Persohn, ihre Weiber und Kinder allein, und dann ein jeder mit vier bedienten Persohnen, von dem Toleranz-Impost befreyet seyn.“ (Sammlg. Schles. Privil. II, S. 401 f.) 69 In einem Bericht an d. K. O. A., 12. 8. 1722 (Bresl. Staats-A. Rep. 13 AA II 21 b, f. 49 ff.) über die Consign. d. privil. Bresl. Juden Hirschei Benedict (Baruch Hirschei), ״d. sogen. Printz“, (Hausstand und Handelspersonen zus. 31 Personen, darunter eine Familie aus Prag, eine aus Hotzenplotz neben fünf schlesischen Familien), legt der Bresl. Rat Protest gegen die ״Extensiones familiarum Judaicarum“ ein und fordert, in Umdeutung des Privilegs des Hirschei, das K. O. A. auf, das Famulizium des Privilegierten ״in engere limites einzuschränken“. Dem Münzlieferanten Elias Lazarus Zacharias wird das Recht auf Anstellung von Agenten, ״die Gold und Silber Pagamenter auf suchen“, bestritten. Nach der Beschwerde des Toleranzpächters dürfte er, zus. mit seinem Bruder Abraham Lazarus, nur 4 unverheiratete Bediente, Handelsangestellte inbegriffen,