Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 57)
- Language
- German
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25 q^lle außerordentlich gelegen. Die Toleranzämter, mit vielfältigen Aufgaben belastet, enttäuschten jedoch die Erwartungen des Fiskus56. Auf unnachsichtliche Beitreibung der Toleranzgelder bedacht, sah der Kaiser daher schon nach wenigen Jahren davon ab,,die Verwaltung und Handhabung des Toleranzimpostes den Organen der Oberaccisdeputation weiter zu belassen*7. Die Toleranzkollektion wurde Toleranzpächtem in die Hände gegeben58. Für die Dauer von drei Jahren, für welche Zeit zumeist59 ״gegen ein veraccordiertes und zur Anticipation kommendes jährliches Pachtquantum60“ die Toleranzpacht übertragen wurde, konnten die Toleranzpächter und ihre Administratoren mit Unterstützung der Landesobrigkeiten und ihrer amtlichen Organe über große Teile der schlesischen Judenheit schalten und walten. Die Beunruhigung der schlesischen Juden durch das Toleranzedikt, dieses Mixtum von fiskalischen Forderungen und bürgerlichen Rechtsansprüchen, wurde dadurch verstärkt. Denn für die Toleranzpächter waren nicht Recht und Ordnung die Richtschnur ihres Handelns. Die Toleranzsteuerpflichtigen waren für sie Aus- 56 K. O. A. Curr., wegen Einbringung d. jüd. Toleranz-Gelder, 16. 2. 1717, Brachvogel, IV, CCXXX, p. 1248 ff. 57 Kais. Reskr., 14. 2. 1721, vgl. K. O. A. Pat., die Einrichtung des nunmehro verpachtenden Jüdischen Toleranz-Imposts belangend, 18. 6. 1721, ibd. CL, p. 400 ff. 58 Die Toleranzpacht wurde durch die erste vom k. Reskr. vorgesehene spez. Licitationskommission den christlichen Pächtern Heinrich Heldermann (Heitermann) und Johann Lode in Breslau übertragen, 1721—1724, K. O. A. Pat. 18. 6. 1721, Sammlg. Schles. Privil. II, S. 400, vgl. K. O. A. Pat. v. 24. 5. 1724, ibd. S. 497. Nach diesen fungierten: d. privil. Jude, kais. Hoffaktor Philipp Lazarus Hirschei (1724—1727), s. ibd. u. K. O. A. Dekr. v. 27. 6. 1724, ibd. f. 71 f.; (nach Kaufmann, a. a. O. S. 4/5 Anm. 3 war sein Vater Lazarus Hirschei (vgl. Anm. 67) bereits 1704 zum Münzlieferanten in Breslau ernannt worden. Philipp Lazarus Hirschei war zugleich zum Wechsel- und Juwelenhandel privilegiert (Confirmation d. Privil., Wien, 19. 7. 1718, Bresl. Staats-A. Rep. 16, F. Bresl. II 8 h, f. 6); ferner: Aaron Isaac, 1727—1728, K. O. Pat. 17. 6. 1728, Sammlg. Schles. Privil. II, S. 646; Johann Lode, 1728—1731 u. 1731—1734, ibd. u. K.O. A. Pat. v. 21. 6. 1731, ibd. S. 726, u. 1734—1737, vgl. Bresl. Staats-A. Rep. 13 AA II 21 f, f. 328 b; Privü. Joseph Lazarus in Breslau, 1737—1740, s. ibd. f. 128 u. 401 b. Die Toleranzpächter nahmen Administratoren oder substituierte Pächter in ihre Dienste. Unter diesen waren Aaron Isaac u. Jacob Löbel 1724 tätig, s. ibd. f. 28 ff., 1740 Salomon Seelig, s. ibd. f. 401 b; in d. Provinz waren viele christl. Unterpächter tätig. 59 Sam ml. Schl. Privil. II S. 401 u. S. 497, 726. 60 K. O. A. Pat. wegen des jüd. Toleranzimposts, Verpachtung an Philipp Lazarus Hirschei, 24..5. 1724, ibd. CLXXXV, p. 497.