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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1931-01-01 · 1931 · page 44

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1931
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 44)
Language
German
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12 Breslau waren durchaus nicht selten27. Bei der Stellung einzelner Kaufleute spielten Vorschußgeschäft und Kreditverkehr des jüdischen Außenhandels eine große Rolle. Die starke Abhängigkeit bestimmter Kaufmannskreise vom jüdischen Geldverleiher führte zwar zuweilen, wenn auch ungerechtfertigt, zu Klagen28. Die Geldgeschäfte als solche förderten aber, zum Leidwesen der Großkaufleute, den kleinen Handel und bewirkten häufige Geschäftsbeziehungen zwischen Juden und Christen29. Die Förderung der Landesproduktion durch die Vorschüsse jüdischer Kaufleute fand in manchen Orten der Provinz Anerkennung30. 27 S. Societätsverhältnis der christl. Kautleute Bauer u. Hausdorffer mit dem Berliner Schutzjuden Abraham Salomon, der ״auf denen Markten nach Breslau en Gros handelt“; als bei dem Konkursverfahren gegen die Breslauer Kaufleute Waren von Abraham Salomon zur Ver- Steigerung gelangten, intervenierte die Kgl. Preuß. Regierung beim Breslauer Oberamt zu Gunsten ihres Schutzjuden, d. d. 1. 3. 1738 (Berlin, Geh. Staats-A., Rep. 46 Nr. 46 b, Fasz. 4, fol. 42/45). (Diese Angabe und die im folgenden verschiedentlich erwähnten Belege aus den Bresl. Signaturbächern verdanke ich der frdl. Mitteilung von Herrn Prof. H. Wendt, Breslau.) 28 Vgl. P. J. Marperger, Schlesischer Kauffmann oder ausführliche Beschreibung der Schles. Commercien u. deren jetzigen Zustandes, Bresl. 1714, S. 207 f. Entgegen seiner Klage über ,,der Jüden Wucher und Schacherey“, die zu hohen Interessen und den Notstand des Kaufmanns, ״welcher zu 8 biss 12 pro Centum Gelder auffnehmen muss“, war das jüd. Geldgeschäft zu jener Zeit durchaus nicht drückend; vgl. Brest Stadt-A., Bresl. Sign. Bücher f. d. J. 1724, S. 13 b, d. d. 7. 3. 1724, wonach die Ehefrau d. Kleinhändlers Gottfried Weber erklärt, daß sie die ihr von d. privilegierten Juden Benedict Hirschei zedierten 350 Rthl. in einem Jahre mit 6% Zinsen zurückzahlen wolle. Als billigen Zinsfuß sah Friedrich d. Gr. im General-Judenprivilegium vom 29. 9. 1730 12% bei kleineren (bis 500 Rthl.), 8% bei größeren Krediten an. Diese Regelung übertrug er durch K. O. vom 25. 5. 1743 auch auf die Glogauische Juden- Schaft, s. Rönne u. Simon, Verhältnisse der Juden etc., Brest 1843, S. 239. 29 Aus den Handelsbeziehungen ergaben sich häufig Kreditgewährungen und Bürgschaftsleistungen zwischen Juden und Christen, z. B.: Hartwig Hirschei aus Albendorf 1500 Rthl. an christl. Kaufleute (Brest Stadt-A., Sign. Bücher f. d. J. 1738, S. 31, d. d. 7. 3. 1738), Isaac Wolf Seits von Nikolsburg, Gläubiger des in Konkurs geratenen Kupferischen Kreditwesens in Breslau (ibd. S. 20 b, d. d. 7; 2. 1738), Benjamin Steinhauff an Jettei Löbel (ibd. S. 6 b, d. d. 10. 1. 1738), Kupferisches Kreditwesen an Löbel Jacob (ibd. S. 13 b, d. d. 24. 1. 1738), Bürgschaft des Schneiders Melchior Kadaloff f. d. Münzjuden Benedict Rüben Gumpert (ibd., Sign. Bücher f. d. J. 1724, S. 1, d. d. 4. 1. 1724), Bürgschaft d. Barettu. Strumpfmachers Daniel Gründler für Bernd Löbel Pick und Kautionsleistung d. Christ. Günther für Mendel u. Abraham Lazarus (ibd. S. 237, d. d. 4. 2. 1724). 30 Vgl. oben S. 11 Anm. 26.

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