Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2720904-2721049--06-2726298- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
8 Wiedergabe in den griechisch-lateinischen wie aramäischsyrischen Uebersetzungen. Nach Bekanntgabe der neuen Preisaufgaben übernahm der Unterzeichnete den Vorsitz. Sein Festvortrag hatte das Thema: ״Tradition und Leben“1. Hierauf erfolgte die Entlassung der Rabbinatskandidaten Dr. MarkusBreger und MajerSelzer durch den Unterzeichneten. Herr Dr. Breger sprach, zugleich im Namen seines Kollegen, den Dozenten und Hörem des Seminars herzliche Worte des Dankes und des Abschiedes aus. Gesangsvorträge des Herrn Oberkantor B o r i n, begleitet durch den Organisten Herrn Schäffer, verliehen unserer Seminarfeier eine besondere Weihe. In Ergänzung des ministeriellen Erlasses vom 5. April 1930, der die jüdische Religionslehre als Haupt- und Nebenfach bei der wissenschaftlichen Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen anerkannt hat, wurde schon im Vorjahre die Bestimmung getroffen, stets zwei Dozenten unseres Kollegiums zu Mitgliedern des wissenschaftlichen Prüfungsamtes in Breslau zu ernennen. Für das laufende Jahr hat das Ministerium als Prüfer für das Fach der jüdischen Religionslehre die Dozenten Prof. Dr. Guttmann und Dr. Lewkowitz ernannt. Das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat uns in seiner Zuschrift vom 1. Juni 1931 gestattet, der Be- Zeichnung ,,Jüdisch-theologisches SeminarFraenckeFsche Stiftung“ die Worte ,,Hochschule für jüdische Theologie“ hinzuzufügen. Der Zusatz erscheint wünschenswert, da im Auslande durch das Fehlen der Bezeichnung als Hochschule Mißverständnisse entstanden waren. Seit einer Reihe von Jahren hat der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden in verständnisvoller Fürsorge für die religiösen Institutionen und Kulturgüter des deutschen Judentums auch den Fortbestand unserer Anstalt gesichert. Gemäß dieser wirtschaftlichen Verbindung sind vom Landesverbände in das Kuratorium unseres Seminars die Herren Geheimer Justizrat Landgerichtsdirektor Leo Goldfeld (Breslau) und Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee (Berlin) delegiert worden. Die wirtschaftliche Not, die sich auch auf unser Seminar in zunehmendem Maße auszuwirken begann, veränlaßte das Dozenten- Kollegium die Gesuche um Neuaufnahme einer noch strengeren 1 Im Druck erschienen im ״Gemeindeblatt der jüdischen Gemeinde zu Berlin“ Oktober 1931.