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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1931-01-01 · 1931 · page 5

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1931
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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IRI
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6 dischen Bewegung.‘ Im historischen Teil der Arbeit zeigt der Verfasser eine gründliche Kenntnis der chassidischen Quellen, sowie eine umfassende Beherrschung der Schriften über den Chassidismus. In der Analyse der Grundideen des Chassidismus folgt er den Forschungen von Schechter, Dubnow, Verus-Marcus und Horodetzky, geht aber trotz vielfacher Abhängigkeit in der Differenzierung der Gedankengange über diese hinaus. In der Auffassung des Chassidismus als geistige Erscheinung sind Schwankungen zwischen einer rationalistisehen Einstellung und einer starken Einfühlungsfähigkeit in die irrationale Welt des Chassidismus bemerkbar. Erfreuliche Selbständigkeit zeigt der Verfasser in dem Hauptteil seiner Arbeit durch feinsinnige Wiedergabe der Spiegelung des Chassidismus in der neuhebräischen Literatur. Bei der Betrachtung der antichassidischen Kämpfe erkennt der Verfasser in stärkerem Maße, als es bisher geschehen, das Wesen der Haskalabewegung, vor allem in ihrer galizischen Abart. Die literaturgeschichtlichen Exkurse über die ältere litauische Haskala bringen verschiedene neue Gesichtspunkte. Wertvoll ist die Gegenüberstellung der mystischen Strömung des Chassidismus und der Frühromantik der Wilnaer Dichterschule. Wichtige Ergebnisse zeitigt insbesondere der letzte Teil der Arbeit bei der Untersuchung der neuchassidischen Ideengänge in ihrem Verhältnis zu den chassidischen Quellen. Die Arbeit offenbart eine bemerkenswerte Fähigkeit des Verfassers, in prägnanter Weise die Charakteristik der literarischen Eigenart einzelner Dichterpersönlichkeiten zu zeichnen. Eine gute Disposition zeugt von einer gründlichen Durchdringung des Stoffes, der flüssige Stil verrät literarische Fertigkeit. Das ernste Streben, das die Arbeit in ihrer Gesamtdurchführung zur Bedeutung einer wissenschaftlichen Leistung erhebt, verdient vollste Anerkennung. Der Arbeit wurde der volle Preis zuerkannt. Als Verfasser erwies sich Herr cand. theol. Dr. phil. Hirsch Pfeffer. Das Thema für den Rosin-Preis lautete: ,,Die Idee der Liebe zu Gott bei Bachja, Maimuni und Crescas“. Die Bewerbungsschrift trug das Kennwort: ״Liebe und Wahrheit begegnen sich“. Sie stellt aus dem gesamten Schrifttum Maimunis die Aeußerungen über die Liebe des Menschen zu Gott zusammen und ermittelt das Verhältnis dieses Begriffes zu den Begriffen der Gotteserkenntnis und Gottesfurcht. Sie versucht, das Schwanken des Denkers in seiner Behandlung der Gottesliebe auf verschiedenen Wegen zu erklären; sie beleuchtet die Anschauungen und Motive Maimunis kulturgeschichtlich durch Zurückgehen auf verwandte Gedanken im griechisehen und islamischen Denken (Platon, Neuplatonismus, Sufismus). Als letzte Ursache der Unebenheiten in Maimunis Behandlung erkennt sie den Gegensatz zwischen dem Intellektualismus der griechischen Wissenschaft, zumal des Aristotelismus, und der jüdischen Herzensfrömmigkeit, die auf Maimuni mit gleicher Stärke wirken. Die Arbeit zeugt von gründlicher Vertrautheit mit der jüdischen Philosophie des Mittelalters und ihren geschichtlichen Wurzeln sowie mit ihrer neuzeitliehen Behandlung; sie mag insbesondere nach der philosophischen Seite vertiefender Weiterführung bedürfen; aber namentlich wegen der selbständigen Auffassung des Themas und der Umsicht in der Behandlung methodisch schwieriger Fragen ist ihr der volle Preis zuzuerkennen. Als Verfasser erwies sich Herr cand. theol, Ernst Hoffmann.

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