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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1931-01-01 · 1931 · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1931
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721049--03-2726295
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Am Sonntag, dem 25. Januar 1931 fand nach dem alten Her- ^kommen unseres Seminars in Anwesenheit der Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden, der Rabbiner wie der offiziellen Vertreter der Synagogengemeinde die Gedächtnisfeier für den Stifter unserer Anstalt, den verewigten Kommerzienrat Jonas Fraenckel, statt. Der Vorsitzende, Dozent Dr. Rabin, erstattete den Bericht über die Tätigkeit des Seminars im abgelaufenen Jahr und verkündete dann das Ergebnis des Preisausschreibens. Im Jahre 1930 wurden 5 Preisaufgaben gestellt. Eingegangen sind 4 Preisarbeiten. Zu dem Israel Lewy-Preis ״Das Schulwesen in Talmud und Midrasch“ ist eine Arbeit mit dem Untertitel ״Ein Jahrtausend aus der Geschichte des jüdischen Schulwesens“ unter dem Kennwort שלום רב לאהבי תורתך (Ps. 119, 165) eingegangen. Die Beurteilung lautet: Bei dieser Arbeit sind Stoffsammlung und fach wissenschaftliche Wertung gesondert zu beurteilen. Die reichlich fließenden talmudischmidraschischen Quellen bieten wohl jedem Fachforscher eine Fülle von einschlägigem Material. Dies gilt in besonderem Maße von den Eiementen, die das Lehr- und Schulwesen betreffen. Dem gegenüber hat aber die moderne Systematik ihre Not mit der richtigen Einordnung des eigenartig gestalteten alten Stoffes. Es ist außerordentlich schwer, die antiken und nicht selten rein singulären Tatbestände in moderne Schemen zu pressen. Der Preisbewerber hat sich mit der Sammlung, noch mehr aber mit der Systematisierung des Stoffes große Mühe gegeben. Er schöpft aus den ersten Quellen und kommt viel weiter als die Versuche und Untersuchungen, auf die er in seinem Vorworte verweist. Stellenweise spricht er allerdings Vermutungen aus, die sich aus den Quellen nicht ausreichend rechtfertigen lassen. Hierher gehört der Versuch einer Periodisierung der Entwicklung des altjüdischen Unterrichtswesens. Bei einem so regen und mannigfachen Schicksals- Wechsel, wie ihn das Judentum in der Zeit vor der Tempelzerstörung, noch mehr aber in den darauffolgenden Zeiten durchlebt hat, ist eine geradlinige und dazu noch eindeutige Zeichnung von Entwickelungsphasen, zumal auf pädagogischem Gebiete, etwas sehr Problematisches. — Trotz solcher Mängel hat die Arbeit ihren Wert. Die geistige Energie, die der Verfasser in sie hineingelegt hat, verdient ernste Beachtung. Dem Werke ist der volle Preis zuzuerkennen. Als Verfasser erwies sich Herr cand. theol. Andre Feilschnß. Zu dem Preisthema: ״Der Chassidismus in der neuhebräischen Literatur“ ist eine Arbeit mit dem Motto ־• שלום אל עמו ואלDT חסידיו (Ps. 899) eingegangen. Ueber den Bahmen der gestellten Aufgabe hinaus bietet die Arbeit eine Darstellung von Ursprung, Wesen und Wirkungen der ohassi-

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