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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1921-01-01 · 1920 (1921) · page 25

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1920 (1921)
Date
1921-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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IRI
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153 dienen durchweg nicht, wie bei Philon, zur logischen Stützung des von religiösen und geschichtlichen Bindungen bestimmten Stand ־ punkts, sondern mehr zu einer Art rhetorischer Würze, u. z. im Sinne eines Geschmackes, der — im Gegensatz zu Philon und auch zum IV. Makkabäerbuch — weit mehr durch Bibellektüre als durch die schulmäßige hellenistische Beredsamkeit bestimmt ist. Es bestätigt sich also, daß unser Büchlein eine relativ alte Stufe in der Entwicklung des jüdischen Hellenismus darstellt; daß es vor Philon verfaßt sein müsse, folgt daraus freilich noch nicht unbedingt: Philon kennt zeitgenössische Gegner, die der griechischen Bildung ferner standen als unser Schriftsteller. Der Nachweis, daß P. schon auf frühe Entwicklungsstufen des alexandrinischen Judentums gewirkt hat, soll in unseren nächsten Untersuchungen auch auf das IV. Makkabäerbuch und, soweit ein Urteil möglich scheint, auf die Aristobulfragmente ausgedehnt werden. Jedenfalls ist damit zu rechnen, daß seine Gedanken durch Vermittlung des Weisheitslehrers und verwandter Geister in die — Männern wie Philon unzugänglichen — Kreise drangen, aus denen die Mischna und ein erheblicher Teil der Neutestamentliehen Literatur hervorging. Für die Berührungen zwischen Seneca und Epiktet einerseits, den Pirqe Aboth und Paulus andererseits wird man also stärker, als es geschehen ist, mit seinen Einwirkungen zu rechnen haben. Aber auch sein Einfluß auf die Weiterentwicklung der Religionen wird immer erheblicher erscheinen, je mehr sein Bild an Deutlichkeit gewinnt. Den Forschungen Gronaus über die kappadokischen Kirchenväter und Jägers über Nemesios ließen sich sehr wohl Untersuchungen über P.’ (meist neuplatonisch vermittelte) Wirkung auf moslemische und jüdische Theologen des frühen Mittelalters zur Seite stellen 1. Der feste Glaube unseres Forschers an den Beruf des Philosophen zum ״Exegeten“ der frommen, in den echten Religionen waltenden oppy findet somit durch seine geschichtliche Nachwirkung eine gewisse Bestätigung. 1 Die sehr verdienstlichen Quellenstudien über die mittelalterliche jüdische Religionsphilosophie rechnen nur mit dem Einfluh der älteren Stoa; sonst -wäre die Bedeutung der jüngeren Richtung längst erkannt. Wenn z. B. Spadia, Emunoth wedeoth 190, 6 Land, die Ansicht zitiert, die Seele zerfalle in zwei Teile, einen vernünftigen, nnvergänglichen und die vergängliche, den ganzen Körper durchwaltende Lebenskraft, so hat sowohl G-uttmann (Philos. des Saadia 197) recht, daß die letztere Angabe auf die Stoa weist, wie S. Horovitz ^Psychologie des Saadia 19,31) darin, daß die Scheidung der beiden Seelenteile platonisch ist; die Kombination beider Anschauungen ist aber natürlich nicht erst von mittelalterlichen Denkern hergestellt, sondern mittelstoisch. KXV

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