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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1921-01-01 · 1920 (1921) · page 26

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1920 (1921)
Date
1921-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721025--25-2726195
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Jahresbericht Schweren Herzens rüstet sich das Seminar, am 27. Januar die Gedächtnisfeier für seinen Stifter, den seligen Kommerzienrat Jonas Fränckel, zum 67. Male zu begehen. Denn die Wiederkehr der Jahresfeier bringt uns den Verlust, den wir im abgelaufenen Jahre erlitten haben, erneut zu schmerzlichem Bewußtsein. Wenige Wochen nach Beginn des Sommersemesters erkrankte der Senior unseres Kollegiums, Professor Marcus B r a n n. Ein Badeaufenthalt im Gebirge brachte keine volle Erholung; er konnte seine Vorlesungen noch abschließen und sich einige Wochen der Fülle seiner amtlichen und außeramtlichen Geschäfte widmen; aber schon am Neujahrsfeste vermißten wir ihn im Gotteshause; und am 26. September, unmittelbar nach Beginn des Hüttenfestes, erschlossen sich ihm die Gezelte des ewigen Friedens. Schmerzliehen Trost bot uns die allgemeine Bewegung, die an seiner Bahre zu ergreifendem Ausdruck kam. Der Baum unserer Seminarsynagoge vermochte das Gefolge nicht zu fassen, vor welchem am 29. September um 3 Uhr die Trauerfeier abgehalten wurde — die sich freüich des Halbfeiertages wegen ohne die üblichen liturgischen Formen vollzog. Der Vorsitzende des Kollegiums, Herr Dr. Lewkowitz, gab in seiner Eede, die wir diesem Bericht voranstellen, dem Schmerz des Seminars tiefbewegten Ausdruck; Herr D1*. Hugo Schiff machte sich zum Dolmetsch der Gefühle des Dankes und der Liebe, mit welchen die Hörerschaft zu dem verehrten Lehrer emporgeblickt; endlich widmete der greise Gemeinderabbiner Herr Dr. Rosenthal dem Freunde schmerzdurchbebte Worte der Huldigung. Ein überaus zahlreiches Gefolge geleitete die Bahre zum Friedhofe, wo Herr Gemeinderabbiner Dr. Vogelstein die Trauerrede hielt; anschließend sprachen die Herren Geheimrat Goldfeld namens der Verwaltung der Synagogengemeinde, Professor Guttmann im Aufträge der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, Rabbiner Dr. Lucas. für die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, Lehrer Hamburger für den Verband jüdischer Lehrer in Schlesien, Dr. Aber im Aufträge der ,,Amicitia“ (Vereinigung jüdischer Theologen). Nach einem von Herrn Rabbiner Dr. Simonsohn gesprochenen Gebet betteten wir, was an Marcus Brann sterblich war, auf der Ehrenreihe des Friedhofes Lohestraße zur letzten Ruhe. Die allgemeine Verehrung, die sich der Verklärte durch wissenschaftliche und organisatorische Tätigkeit gesichert hatte, fand ergreifenden Ausdruck in zahlreichen Würdigungen durch die jüdischen Zeitungen aller Länder, mehrfach auch in synagogalen Gedenkreden, ganz besonders aber in den Trauerkundgebungen, welche dem Seminar von den Schwesteranstalten des In- und Auslandes, mehreren jüdischen Großgemeinden und einer sehr bedeutenden Anzahl jüdischer Gelehrter zugegangen sind; XXVI

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