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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1921-01-01 · 1920 (1921) · page 23

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1920 (1921)
Date
1921-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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151 ist natürlich alt und schon durch den Einschub der LXX zu Dt. 23, 17 (18) bezeugt; ihre philosophische Begründung scheint unser Schriftsteller aus P. entnommen zu haben. Die Untersuchung der Polemik gegen den Götzendienst bestätigt also das Ergebnis der Gesamtanalyse vollkommen. Je deutlicher sich in der Stellung zum Volkskult alte Stoa, Panaitios, P. scheiden, um so klarer ist die Entscheidung des Weisheitslehrers für die Bichtung des letzteren. Und je genauer P.’ Gedanken 1ms bekannt sind, um so deutlicher wird der wörtliche Anschluß Pseudosalomos an seine Vorlage, den wir bereits aus den Platonzitaten erschließen konnten. Zur Annahme einer neben P. benutzten griechischen Quelle oder eines Vermittlers zwischen P. und unserer Schrift sehe ich daher keine Veranlassung. Wohl aber ist mir zweifelhaft, ob dem Weisheitslehrer das Studium mehrerer, insbesondere mehr esoterischer Schriften des Philosophen zugetraut werden darf, zumal die am ehesten in Betracht kommende wissenschaftliche Schrift des P., das Buch Ueber die Götter, Einteilung und Bang- Ordnung der Volksreligionen zwar mit gleichem Ergebnis und gleichem Interesse an der geschichtlichen Erklärung der Beligionen, aber nach anderer Gliederung behandelt zu haben scheint als unser Vf. und (s. S. 126 ff.) der der Schrift Von der Welt 1. Alle Spuren weisen vielmehr auf die (ausschließliche oder vorwiegende) Benutzung der Quelle des Hortensius, des Somnium Scipionis und der meisten Briefe Senecas: den Protreptikos, das für Laien geschriebene Lob philosophischer Weisheit. Wenn irgend eine Schrift des P., muß unser Vf. diese seine leichteste und in nichtphilosophischen Kreisen verbreitetste gekannt haben; und sicherlich las er sie mit gleicher Verehrung, wie später Augustin ihren lateinischen Absenker, den Hortensius Ciceros; nicht einmal der Vorbehalt, den der Kirchenvater immerhin macht, daß ״der Karne Christi darin fehle“, brauchte seine Bewunderung zu beeinträchtigen. Das Spruchbuch2 1 Doxogr. 292 ff.; Wendland, Archiv £ Gesch d. Phil. i. 3 Daß er auch Weisheitsbücher, Predigten and Doxologien der hellenistischen Zeit benutzt hat, ist an sich wahrscheinlich und mag manche Bebraismen und auch Verschiedenheiten des Satzbaus und der Redeweise innerhalb des Buches erklären. Daß aber Kap. 1—5 geradezu aus dem Hebräischen übersetzt, der Best frei gearbeitet sei, kann ich Pocke leider nicht zugeben. Einerseits machen auch große Stücke im 2. Teile (s. o. S. 140, 2 über Kap. 9; Gressmann DLZ [1914] 1815 £ über Kap. 14) durch ihre Hebraismen den Eindruck der Uebersetzung; andererseits gilt die von Pocke selbst 71, 2 zugegebene Möglichkeit der Ueberaibtitang und freien Wiedergabe nicht nur für 4, 2 (Gaertner 116, 2) und 1, 6 <p1Xavßpu>1cov 5cveü|1a aaiplaq, (da das Attribut אוהב את הבריות von Menschen, aber nicht von רוח oder חכמה gebraucht werden kann), sondern namentlich auch von der Stelle, auf! die P. seine Vorstellung von der Quelle gründet: der Darstellung der Gegner 2,1 ffl XXIII

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