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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1921-01-01 · 1920 (1921) · page 17

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1920 (1921)
Date
1921-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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145 482 D ff.) proklamiert wird* 1, so muß Karneades, der nach Cic. Bep. III 24 das Lob gewalttätiger, durch keine Gewissensbedenken gebundener Feldherren gebilligt und verallgemeinert hat, sich ganz ähnlich ausgesprochen und P.’ leidenschaftlichen Widerspruch herausgefordert haben, der uns, wie wir an anderer Stelle sehen werden, in Ciceros Büchern De legibus und De republica teilweise erhalten ist. Läßt sich somit die gesamte philosophische Bildung unseres Vf. auf P. zurückführen, so erscheint die Annahme, daß er weitere Quellen herangezogen habe, nicht nur methodisch unnütz: es müßte mit merkwürdigen Dingen zugehen, wenn Pseudosalomo aus der gesamten griechischen Gedankenwelt nur solche Elemente herausgegriffen hätte, die auch unser Eklektiker sich angeeignet hat. Kun ergiebt sich aber ein neuer Fingerzeig für seine Abhängigkeit von P. aus der Analyse der Polemik gegen den Götzendienst Kap. 13 ff. Wir versuchen, die hier innig verwobenen biblischen, hellenistisch-jüdischen und rein griechischen Gedankenreihen zu sondern. Das hellenistische Judentum hat für die Polemik gegen den Götzendienst 2 Schemata herausgebildet 2 3. Das eine von W e n d - 1 a n d , Jbb. für Philologie Sppl. XXII 706 ff. aufgewiesene findet sich Wsh. 13 ff., Philon De vita contemplativa 3 ff., De decälogo 53 ff. Es wendet sich gegen: 1. den Kult der Elemente: Wsh. 13, 2 a, V. c. 3 f., Dec. 53; 2. den der Apotelesmata Sonne, Mond und Sterne: Wsh. 13, 2 b, V. e. 5, Dec. 53; 3. den der Halbgötter, nur V. c. 6; 4. den der Büder aus Holz und Stein: Wsh. 13, 10 ff., V. c. 7, Dec. 66; 5. den ägyptischen Kult nützlicher und sogar schädlicher Tiere: Wsh. 15, 18, V. c. 8 f., Dec. 76 f. Mit diesem Schema verbindet Philon, beiläufig erwähnt, De dec. ein anderes, bei dem nicht die Unwürdigkeit der verehrten Objekte, sondern die Gottlosigkeit der Verehrer sich steigert; seine Stufen sind: satz zu den Pharisäern die biblische Geißel- und Todesstrafe stets vollstreckt wissen wollten), zeigt, wie wenig ihnen eine (nach Fockes eigenem Ausdruck) ,jenseits von Gut und Böse stehende Herrenmoral“ zngemutet werden darf. 1 Auch der rhetorische Schmuck der W. 4 ff. könnte durch P. angeregt sein: so die Mahnung, sich ״mit Bosenknospen“ (vgl. Flat. Ep. 29) zu kränzen, ehe wir modern V. 8. Zu 1 ,7?}חו6ץןון vgl. S. 90, l. 3 Eine Darstellung der Ungläubigen gleichfalls in klimaktischer An- Ordnung kennt auch Sifra zu Lev. 26, 14f. Die vermutlich alte Boraitha (Marmorstein in Wohlgemuths Jeschurun, 1920, 96) scheidet folgende Stufen: 1. man studiert das Gesetz nicht; 2. man hält die Gebote nicht; 3. man verachtet ihre Bekenner; 4. man haßt die Weisen; 5. man hindert andere an der Ausübung; 6. man leugnet den göttlichen Ursprung der Gesetze; 7. man bestreitet das Dasein Gottes selbst. XVH

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