Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1920 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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141 der sich mit der Vorlage von Cic. Tuse. I so eng berührt, daß Pohlenz zu §52 mit P.’ Einfluß auf das unmittelbar Vorhergehende (365 E) rechnet. Jedenfalls gehört aber die Ueberzeugung, daß der Leib den Geist belastet und herabzieht, und die Unter- Scheidung des gottverwandten, ewigen Seelenkerns von dem vergängliehen Gehäuse, in das er vorübergehend verhaftet ist, zu den wesentlichsten Bestandteilen von P.’ Lebensanschauung s. 0• S. 56£f. 5. Ob der Ünsterbliehkeitsglaube des Vf. aus jüdischen Vorstellungen zu erklären oder auf Platon zurückzuführen ist* 1 2, darf hier unerörtert bleiben, da auch für diese Lehre P. als Vermittler sehr wohl denkbar wäre. Gleiches gälte von dem Glauben an die Präexistenz der Seele 3, wenn die Zustimmung des Vf. zu ihm aus 8, 19 f.4 erweisbar wäre. Ich halte aber die Bedenken, die namentlich von katholischer Seite hiergegen geltend gemacht worden sind, für sehr beachtenswert. Daß das Judentum zur Zeit Christi und unmittelbar vorher die Präexistenz der Seele nicht lehrte (wenn es sie sich überhaupt vorstellen konnte), kann weit bestimmter als H e i n i s c h I 87 es tut, behauptet werden, da wir über die Kontroversen zwischen Pharisäern und Sadduzäern in der Unsterblichkeitsfrage aus rabbiniseken, neutestamentliehen und hellenistischen Quellen gut orientiert sind und jede Bezugnahme auf die Poimandres S. 344, 1; 345, 9 Beitzenstein; vgl. ferner die Erkl. zu II. Kor. 5, 1 und Pocke 125 f. Mit Unrecht will W. Weber, Zeitschrift für wiss. Theol. 1909, 330 deshalb weil der Körper Jes. 38, 12; Hiob 4, 19 mit einem Zelt verglichen wird, den Gedanken, daß er die Seele herabzieht, aus jüdischem Vorstellungskreis ableiten. 1 Ygl. über deren Gegensatz zur altstoischen in diesem Punkt Bonhoef f er Epiktet und das Neue Testament 175 f. 2 Heinisch I 56 ff. 3 Ueber P.’ Zustimmung vgl. Schmekei 250 ff.; Bohde, Psyche II 823 Gerhaeusser 56; Gronau 198. 4 ITatQ 7J|jl7]v eucpuijc, xs IXa^ov cqaöyj;, uiaXXov 03 cqafroc; yjXfrov st<; a&jia cquavTov. Man versteht V. 20 meist: da ich (vor der Verbindung mit dem Körper) gut war, erhielt ich zum Lohn einen reinen Leib. Die Uebersetzung Gaertners (Komposition und Wortwahl des Buchs der Weisheit, 1912) 31: ״da ich gut war, war ich zu einem unbefleckten Körper gelangt44, indem ich ״zu dieser Tatsache alles Notwendige beigetragen habe44, mutet dem Vf. im Gebrauch von spyeöm e'.Q einen argen Germanismus zu. Daß ״Salomo44 nicht bei seiner Gebart mit der Weisheit selbst begabt wird, ist nicht auffallend. (Gärtner 30), da die Weisheit im höchsten, Erkenntnis der Sinnenwelt einschließenden Sinn nach der stoischen Lehre garnicht ohne Eindrücke der Sinnesorgane gewonnen werden kann; in welchem Sinn Pseudosalomo an die Möglichkeit einer ״Beflecktheit44 des Leibes auch ohne Schuld des Menschen glaubt, geht aus unseren Bemerkungen S. 140 hervor; und der Glaube an die eigene Prädisposition zur Erwerbung der Weisheit braucht nicht soweit zu gehen, daß das Streben anderer, deren Disposition ihm nicht bekannt ist, zwecklos erscheinen müßte. XIII