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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1921-01-01 · 1920 (1921) · page 9

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1920 (1921)
Date
1921-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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137 tatsächlich die starken Hebraismen in Redeweise1 und Satzbau2 seinem Büchlein eine Sonderstellung innerhalb der jüdisch-hellenistischen Literatur, ja, innerhalb der gesamten philosophischen Schriftstellerei des Judentums3 anweisen. Ist also bei unserem Weisheitslehrer mit noch größerer Bestimmtheit als bei den genannten klassischen Schriftstellern anzunehmen, daß er jene Verbindung heterogener Philosopheme nicht selbständig vollzogen, sondern in einem verbreiteten eklektischen System großenteils oder völlig vorgefunden hat, so ergibt sich die Bestätigung und genauere Be- Stimmung dieser Annahme durch den Nachweis, daß erstlich die bei ihm nachweisliche Mischung von Dogmen genau dieselbe ist, die uns bei P. begegnet, und daß zweitens die Polemik gegen den Götzendienst Kap. 13 ff. starke Spuren der Benutzung des P. aufweist. Aus diesem Tatbestand ergibt sich ein quellenkritischer Schluß, der auf unsere Gesamtanschauung von dem Büchlein und auf die Fragen der höheren und der niederen Kritik neues Licht zu werfen geeignet ist. Daß die Bildung unseres Vf. als wesentlich stoisch anzusehen ist, wird seit Clemens Alexandrinus (Str. V 89, 4) mit Recht aDerkannt. Die Attribute des stoischen Pneuma werden bald vom Pneuma selbst (1, 7; 7, 22!), bald von der Weisheit, in der es enthalten ist4 (7,23; vergl. 1,5), gebraucht; sie Str/xec xat x°>Pst dcä navTcov 01a ׳/.a^ap1(nrt~a (7, 24), Siazstvsc ä~0 niparoc e?c nkpaz 1 Vgl. etwa "AiSvj? 14 ,17;13 ,16;2,1) שאול), v3־ppoi כליות für Gesimmng, xaiösta 7,14;6,17) מוסר u. a.), Bixaioauw] =: 9,10;7,25)'00 ,צדקה f.) כבוד. 2 Heinis ch, Komm, zum Bach, der Weisheit XVIf. urteilt über das Verhältnis seines StiJs zu dem seiner griechischen und jüdischen Zeitgenossen nicht zutreffend. Der im allgemeinen parataktische Satzbau ist biblisch und weder durch Hinweis auf den Briefstil als griechisch zu rechtfertigen noch mit der (letztlich auf Gorgias zurück gehenden) Manier rhetorisierender Schriftsteller der Kaiserzeit zu verwechseln, deren Unterschied von der biblischen Redeweise Norden, Kunstprosa 310, 1 deutlich macht. Die schwachen Ansätze zur Periodisierung, die sich in unserem Buch finden, begegnen auch in den ältesten, etwa gleichzeitig fixierten Stücken des Gebetbuchs; hier findet sich eine Häufung von 16 Attributen des göttlichen Wortes in dem Stücke אמת ויציב (Stärk in Lietzmanns Kleinen Texten, Nr. 58, S. 6), analog der Massenansammlung von Attributen 7, 22 ff., deren wohl kein Grieche fähig gewesen wäre. 8 Es erhöht doch wohl das Gewicht der obigen Beweisführung, wenn wir. darauf hin weisen, daß die arabisch schreibenden Philosophen des Mittelalters, die die gleiche Vertrautheit mit der Bibel aufweisen wie unser Verfasser, sich doch von Hebraismen nahezu frei halten (Friedländer, Sprachgebrauch des Maimonides Xff.; derselbe in dem Sammelwerk: Moses ben Maimon I (1908) 421 ff.; Goldziher, Revue des ötudes jaives 1905, 4L ff.). 4 Ueber das Verhältnis von Weisheit und Pneuma vgl. Leisegang, Der Heilige Geist I 69 ff. IX

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