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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1921-01-01 · 1920 (1921) · page 6

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1920 (1921)
Date
1921-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721025--05-2726175
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forschenden Blickes die Gegenwart zu durchdringen, um Wirkungsmöglichkeiten zu erschauen für die Kräftigung des religiösen Geistes. In der tiefen Bescheidenheit, die ihn schmückte, hielt er sich selbst nicht für zu gut, diese Pionierarbeit zu leisten. In lebendigen, gedankenvollen und formschönen Darstellungen der jüdischen Geschichte schuf er jene Bücher, die in Schule und Haus das Licht der Erkenntnis des Judentums und seiner Geschichte getragen haben, Kenntnisse verbreitend, religiöses Leben entzündend. So arbeitete er mit der ganzen Unermüdlichkeit, die sein Schaffen auszeichnete, an dem Ausbau und der Verbreitung der Monatschrift für die Wissenschaft des Judentums, die von Frankel begründet, von Grätz fortgeführt ihm ein teures Vermächtnis der Meister an unser Seminar war, die Fahne unseres Seminars, wie er sie mir einmal benannte. Neben seinem von ihm so tief verehrten Freunde, Rabbiner Professor Dr. Jakob Guttmann, war er die Säule, auf die die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums errichtet war. Und mit welcher Freude und nie aussetzendem Interesse begründete und förderte er unsere junge jüdische Volkshochschule als eine Pflanzstätte jüdischen Wissens. Wie aber seine wissenschaftliche Arbeit aus der Liebe zur Religion entsprang, wie sein Forschen im Dienste des Lebens stand, gehörte er mit der kraftvollen Frische und Freudigkeit seines gütigen Wesens dem Leben an, fehlte er nirgends, wo es galt zu schaffen und zu wirken am Besten der jüdischen Gemeinschaft. Wer zählt all die Vereine, denen er angehörte, überall verehrt und geliebt, überall anregend und wertvolle Arbeit leistend. Und doch blieb das Seminar seine Heimat, der innerste Mittelpunkt seines Wirkens und Strebens. Hier entfaltete er neben seiner Forschertätigkeit eine Lehrwirksamkeit, die weit über das übliche Maß hinausging. Die Fächer, die Grätz, Rosin und Zuckermann gelehrt hatten, vereinigte er in seiner Hand, und nahm so einen hervorragenden Platz in dem wissenschaftlichen Betriebe unseres Seminars ein. Doch so groß daher sein Einfluß war, was jeder Seminarist wohl wußte, so brauchte man ihn doch nicht zu fürchten,

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