Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1919 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
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42 begleitet ist. Da das Energieprinzip eine Vermehrung oder Verminderung der physischen Energien nicht zuläßt, kommt diesen seelischen Phänomenen keine selbständige naturwissenschaftliche Bedeutung zu. Der Physiologe tut recht daran, vor allem der Erforschung der physikalisch-chemischen Vorgänge im Nerven- System nachzugehen und die primären physiologischen Ursachen klarzulegen, die den sekundären seelischen Phänomenen zugründe liegen. Ist so der Materialismus überzeugt, in der physikalischen Erkenntnis die gesamte Wirklichkeit einheitlich und adäquat zu erfassen, so scheidet der Paralleli.smus in der Wirklichkeit die beiden wesentlich von einander verschiedenen Gebiete der materiellen und der geistigen Wirklichkeit. Zwischen der ausgedehnten Welt der Körper und der unausgedehnten Welt der Tatsachen der Empfindungen, Gefühle, Gedanken, Willensakte besteht keine Ähnlichkeit, die gestatten würde, die eine auf die andere als ihre Ursache zu beziehen. Das Gesetz von der Erhaltung der Energie gilt unbedingt für die Körperwelt, darum ist ein Eingriff von seiten des Geistes nicht anzuerkenenn, ohne die Grundlagen der Naturerkenntnis zu verderben. Aber andererseits vermag die noch so weit vorgeschrittene physikalisch-chemische Erkenntnis des Nervensystems keine wahrhafte Aufklärung über das Geistesleben, seine Qualitäten, Veränderungen, Gesetze und Entwicklung zu geben, wie dankenswert die immer strengere Parallelisierung der seelischen Akte zu bestimmten physiologischen Akten sei. Aufgabe der physiologischen Psychologie ist es, diesem Nebeneinander physischer und psychischer Prozesse in immer größerer Verfeinerung der Untersuchungsmethoden nachzugeben. Eine metaphysische Deutung dieses Parallelismus mag im Seelischen und Körperlichen zwei einander entsprechende Attribute einer absoluten Substanz erblicken. Aber der Parallelismus hält an der Gleichwertigkeit der physiologischen und der psychologischen Erkenntnis fest, ihm ist die Erkenntnis der materiellen Vorgänge ebenso objektiv, wie die Erkenntnis der subjektiven, geistigen Vorgänge. Diese Voraussetzung greift der Idealismus an. Unmittelbar gewiß ist nicht das Dasein der Körperwelt, sondern nur unsere Wahrnehmung einer Körperwelt, die selbst auf bestimmten geistigen Akten ruht, dem Akt der Empfindung, der räumlichzeitlichen Ordnung der Empfindungen zum Wahmehmungsbilde, der logisch-kategorialen Formung des Wahrnehmungsbildes