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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1920-01-01 · 1919 (1920) · page 36

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1919 (1920)
Date
1920-01-01
Page
– (sequence 36)
Language
German
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IRI
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37 Für beweiskräftig gelten (vergl. Delage und Goldsmith: Die Entwicklungstheorien S. 116) die Cunninghamschen Versuche mit Pleuronectiden, die von Hyatt untersuchten fossilen Muschelschalen, die Vererbung der Höcker und Knieschwielen bei Kamel und Dromedar, die wahrscheinlich durch Tragen von Lasten entstanden sind. Deutlicher wird die Vererbung erworbener Eigenschaften bei psychischen Eigenschaften, Instinkten usw. Insbesondere sieht Spencer in der musikalischen Begabung eine vererbte erworbene Eigenschaft. Schwierig bleibt aber die Vorstellung, wie erworbene Eigenschaften sich vererben können, wie der Mechanismus der Vererbung zu denken ist, da die somatischen Veränderungen, um erblich zu werden, doch irgendwie die Keimzelle beeinflussen müssen. Es macht sich das Bestreben geltend, die Vererbung durch den Chemismus des Organismus zu erklären. Die heutige Unkenntnis des Vererbungsprozesses berechtigt aber nicht, die Vererbung erworbener Eigenschaften in Abrede zu stellen. Die vom Lamarckismus unternommene Erklärung der Entwicldung der Arten aus der Aktivität des Organismus veranlaßte, diese Aktivität des Selbsterhaltungstriebes zu betonen und als Mittel dieses Triebes Gefühl und Urteil in abgestufter Deutlichkeit allem Organischen zuzusprechen. Pauly und France sind die bedeutendsten Vorkämpfer einer psycho-biologischen Auffassung des organischen Geschehens, die von naturwissenschaftlicher Seite vielfach als unberechtigter Antropomorphismus bestritten wird. Eine solche analogische Erklärung des Organischen aus dem Wesen des menschlichen Organismus als seiner deutlichsten Bekundung ist die Grundlage des metaphysischen Evolutionismus insbesondere Bergsons. Wir werden also zu diesem Problem bei Darstellung von Bergsons ,,Schöpferischer Entwicklung“ Stellung zu nehmen haben. 4. Bergsons Evolutionismus. Indem wir nunmehr zur metaphysischen Theorie des Lebens vorschreiten, sind wir uns bewußt, die Grenzen der positiven Wissenschaft zu überschreiten. Darum werden wir zunächst die Gründe darzulegen haben, aus denen auch der Neo-Lamarckismus einem kritischen Bewußtsein nicht voll zu genügen vermag, ein Überschreiten wie der mechanistischen, so auch nun der empirischpsychologischen Erklärungsart notwendig ist. Ferner auch haben wir zu zeigen, wie eine metaphysische Erklärung des Lebens

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