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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1920-01-01 · 1919 (1920) · page 33

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1919 (1920)
Date
1920-01-01
Page
– (sequence 33)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721027--32-2726131
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34 dessen Oberfläche schwimmen will. Die Haut, welche diese Zehen an ihrer Basis verbindet, nimmt durch dieses unaufhörlich wiederholte Ausspreizen der Zehen die Gewohnheit an, sich auszudehnen. So sind mit der Zeit die breiten Schwimmhäute, welche gegenwärtig die Zehen der Enten und Gänse verbinden, entstanden. Dieselben Anstrengungen, um zu schwimmen, d. h. um das Wasser zu stoßen, um in dieser Flüssigkeit vorwärts zu kommen und sich darin zu bewegen, haben ebenfalls die Häute, welche zwischen den Zehen der Frösche, der Meerschildkröten, der Fischotter, Biber usw. sind, ausgebreitet/' (Zool. Phil. S. 128.) Im gleichen Zusammenhänge erwähnt Lamarck die Füße der Strandvögel, die Zunge des Ameisenbären, die Stellung der Augen bei den Fischen, die auf einer Seite schwimmen, den massigen Körper der Pflanzenfresser, die Organisation des Känguruhs als Belege für seine Theorie. Klassisch ist Lamarcks Beispiel der Giraffe: ,;Was die Gewohnheiten anbetrifft, so ist es interessant, die Wirkungen derselben an der besonderen Gestalt und am Wüchse der Giraffe zu beobachten. Es ist bekannt, daß dieses Tier, das größte unter den Säugetieren, im Innern Afrikas wohnt und in Gegenden lebt, wo der beinahe immer trockene und kräuterlose Boden es zwingt, das Laub der Bäume aufzufressen und sich beständig anzustrengen, dasselbe zu erreichen. Aus dieser seit langer Zeit angenommenen Gewohnheit hat sich ergeben, daß bei den Individuen ihrer Rasse die Vorderbeine länger als die Hinterbeine geworden sind und daß ihr Hals sich dermaßen verlängert hat, daß die Giraffe, ohne sich auf ihre Hinterbeine zu stellen, wenn sie ihren Kopf aufhebt, eine Höhe von sechs Metern erreicht/' (Zool. Philos. S. 132.) Hieraus folgert Lamarck zwei Gesetze: 1. Bei jedem Tiere, welches das Ziel seiner Entwicklung noch nicht überschritten hat, stärkt der häufige und der bleibende Gebrauch eines Organes dasselbe allmählich, entwickelt und vergrößert es und verleiht ihm eine Kraft, die zu der Dauer dieses Gebrauches im Verhältnis steht; während der konstante Nichtgebrauch eines Organes dasselbe allmählich schwächer macht, verschlechtert, seine Fähigkeiten fortschreitend vermindert und es endlich verschwinden läßt. Diese Abänderungen wären jedoch für die Entwicklung der Art bedeutungslos, wenn sie sich nicht auf die Nachkommen vererbten. So betont das 2. Lamarcksche Gesetz: Alles, was die Tiere durch den Einfluß der Verhältnisse, denen sie während langer Zeit ausgesetzt sind und folglich durch den Einfluß des

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