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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1920-01-01 · 1919 (1920) · page 32

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1919 (1920)
Date
1920-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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IRI
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33 der Nahrung, der Lebensweise usw. andere werden, sich auch der Wuchs, die Gestalt, das Verhalten der Teile zueinander, die Farbe, die Konsistenz und für die Tiere die Beweglichkeit entsprechend verändern.“ (Zoolog. Philos. S. 116.) Diese Wirkung der Lebensbedingungen erfolgt aber bei Pflanzen und Tieren nicht in derselben Weise. Bei Pflanzen hauptsächlich in der Form der Ernährung, Bei Tieren hingegen in direkter Weise, indem die veränderten Lebensbedingungen die Bedürfnisse der Tiere beeinflussen, ihren Selbsterhaltungswillen zu Anstrengungen nötigen, um unter den geänderten Bedingungen die Erhaltung zu sichern. ,,Wenn nun neue, für eine Tierrasse dauernd gewordene Verhältnisse diesen Tieren neue Gewohnheiten auferlegt d. h. neue gewohnheitsmäßige Tätigkeit derselben veranlaßt haben, so wird sich hieraus der vorzugsweise Gebrauch eines Teiles vor einem anderen und in gewissen Fällen der vollständige Nichtgebrauch eines Teiles, der unnötig geworden ist, ergeben haben.“ (Zoolog. Phil. S. 114.) Daraus folgen aber bedeutende Änderungen der Organisation der Tiere. So besitzen die Wirbeltiere mit Zähnen bewaffnete Kiefern.. Bei einigen derselben indessen, welche durch die Verhältnisse veranlaßt, ihre Nahrungsmittel verschlucken, ohne sie vorher zu kauen, sind die Zähne in der Entwicklung zurückgeblieben. Diese Zähne bleiben dann entweder zwischen den Knochenblättem der Kiefer verborgen und erscheinen nicht äußerlich oder sie sind sogar bis auf die Keime vollständig vernichtet. So sind bei dem Ameisenbär die Zähne verschwunden, der Walfisch besitzt sie nur im Embryonalzustand. Desgleichen sind die Augen bei denjenigen Tieren zurückgebildet, die sie zu ihrer Lebensweise nicht brauchen können. Hat der Maulwurf schon kleine Augen, so hat der Aspalax, der wie der Maulwurf unter der Erde lebt und der sich wahrscheinlich dem Tageslicht noch weniger aussetzt, das Sehvermögen vollständig verloren. Es finden sich nur noch Spuren des Organes, das dessen Sitz ist und überdies sind diese Spuren unter der Haut und unter einigen andern Teilen, welche sie bedecken, verborgen und lassen dem Lichte nicht den geringsten Zutritt. Andererseits führen unter dem Zwange der Lebensbedingungen veränderte Tätigkeiten zur Bildung und Entwicklung neuer Organe. ״Der Vogel, den das Bedürfnis auf das Wasser zieht, um hier seinen Lebensunterhalt zu suchen, spreizt die Zehen seiner Füße auseinander, wenn er das Wasser schlagen und an

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