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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1920-01-01 · 1919 (1920) · page 20

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1919 (1920)
Date
1920-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721027--19-2726118
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21 ist, wie ja wirklich in den verschiedenen Stadien der Entwicklung der Insekten ihre Instinkte wiederholt wechseln. Diese nervösen Veränderungen und infolge die Reflexe und Instinkte unterliegen nun dem allgemeinen Gesetz der Zuchtwahl, welches hier wie überall die Zweckmäßigkeit der Instinkte durch Naturzüchtung erklärt. Der Kampf ums Dasein ist die Ursache der Erhaltung der nützlichen Variationen des Nervensystems und seiner Reflex- und Instinktmechanismen. Versucht so der Darwinismus, auch den Instinkten gegenüber an der Maschinentheorie der Organismen festzuhalten, so wird ihm dies schwerer gegenüber den Regenerationsvorgängen. So wie Pflanzen nicht nur aus der Keimzelle, sondern oft von beliebigen Körperzellen durch Knospung entstehen, besitzen Pflanzen und Tiere das Vermögen, den Verlust von Teilen durch Neubildung zu ersetzen. Nicht allein bilden die einzelligen Infusorien neue, sondern auch die Metazoen besitzen in verschiedenem Grade diese Fähigkeit der Regeneration. Beim Süßwasserpolypen kann fast jedes beliebige Stückchen des Polypen zu einem ganzen Tier wieder auswachsen. Desgleichen haben die Planarien, See- Sterne, Tritone, Regenwürmer ein außerordentlich hohes Regenerationsvermögen. Aber auch die hohen Tiere ersetzen lebenswichtige Teile, wie die Vögel den Schnabel; auch der Mensch die verletzte Haut. Soll die Darwinistische ontogenetische Sonderung des somatischen und Keimplasmas der Regeneration gegenüber aufrecht erhalten werden, so muß angenommen werden, daß die Regenerationskraft nicht allen Teilen des Organismus unterschiedslos zuerkannt werden darf, sondern nur bestimmte Zellen imstande sind, gleich dem Keimplasma einen neuen Organismus ganz oder teilweise zu bilden. Es fragt sich nun aber, woher diese somatischen Zellen die Fähigkeit hierzu haben. So wie das Keimplasma den Organismus durch ontogenetische Differenzierung der Determinanten aufbaut, muß die Regeneration von Determinanten ausgehen, die in den entsprechenden somatischen Zellen enthalten sind. Es besitzen also bestimmte Teile des Körpers nicht nur somatisches, sondern auch Regenerationsidioplasma. Dieses Regenerationsidioplasma ist durch Absplitterung vom Keimplasma in die Körperzellen gelangt, wo es auf entsprechende Reize den ganzen Organismus oder den fehlenden Teil aufbauen kann. So ist die Regeneration durch eine ״Koffertheorie“ zu erklären, indem die Regeneration auf die in den Zellen liegenden Reservedeterminanten zurückgeführt wird.

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