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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1920-01-01 · 1919 (1920) · page 17

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1919 (1920)
Date
1920-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721027--16-2726115
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18 heiten der Ide, sondern bestehen ihrerseits ans Biophoren. Die Biophoren sind die letzten lebenden Einheiten, mit allen Eigenschäften des Lebens ausgestattet (Ernährung, Wachstum, Vermehrung durch Teilung). Die Biophoren sind Träger der Eigenschäften. Es gibt in der Keimzelle so viel Biophoren, als dem Individuum einfache, unteilbare Eigenschaften zu kommen. Diese Einheiten liegen aber im Id nicht ungeordnet, sondern das Keimplasma besitzt eine Architektur, eine Ordnung der Biophoren, die auf inneren Kräften ,,vitalen Affinitäten“, beruht. Damit die Biophoren die differentielle Entwicklung der Zellen bewirken, ist es nun notwendig, daß sie in diejenigen Zellen gelangen, deren spezifische Umbildung sie vorzunehmen haben.' Dies geschieht durch zahllose ungleiche Zellteilungen, durch welche die Determinanten in die Biophoren aufgelöst werden, die nun durch die Kemmembran in die Zellen gelangen, die sie in eine bestimmte Zellart verwandeln. Die in die Zellen gelangenden Biophoren sind nur imstande, bestimmte Zellarten aufzubauen. Dagegen enthält das Keimplasma die Biophoren zum Aufbau eines ganzen Individuums. Dadurch, daß das Keimplasma durch die Zellteilungen nicht gänzlich aufgelöst wird, sondern ein kleiner Teil unzerteilt bleibt, kann dieser Rest unzerteilten Keimplasmas in die Urkeimzelle des neuen Organismus gelangen. Die Urkeimzelle teilt sich in zahlreiche Keimzellen, so daß jede der Keimzellen eine kleine Menge ünveränderten elterlichen Keimplasmas enthält. Das Keimplasma einer Art vererbt sich kontinuierlich von Generation zu Generation, so daß die Individuen in ihrem Keimplasma nicht nur Keimplasma von den Eltern, sondern auch von den Großeltern und den übrigen Vorfahren enthalten. Das Ahnenplasma erklärt Vererbung und Atavismen. Dagegen ist die Veränderung der somatischen Zellen belanglos für die Vererbung, da sie nicht das Keimplasma berühren. Ein Lebewesen kann nur die angeborenen Eigenschaften seiner Eltern erben. Individuell erworbene Eigenschaften sind demnach nicht vererbbar. Veränderungen im Keimplasma erfolgen nur durch die Amphimyxis, wenn durch die Befruchtung zwei immerhin etwas differente Keimplasmaarten vereinigt werden. Auf die so entstandene Variation des Keimplasmas wirkt nun die Selektion, die W. Germinalselektion nennt. Denn die Biophoren sind nicht alle einander an Größe und Assimilationsfähigkeit gleich. Dementsprechend wird ihre Ernährung eine verschiedene sein. Folglich werden die stärkeren Determinanten eine größere Nahrungsmenge

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