Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1919 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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17 Mizellen, Pangene) halten die Mitte zwischen den chemischen Einheiten (Molekülen) und morphologischen Einheiten (Zellen). Über das Verhältnis der physiologischen Einheiten zu den che־ mischen und ihre Ableitbarkeit aus letzteren, also über den etwaigen physikalisch-chemischen Charakter der Lebenseinheiten, werde später gehandelt. Zunächst wenden wir uns der entwickeltsten mechanistischen Theorie der Ontogenese, der Weismannschen Theorie zu. Im Anschluß an Nägeli unterscheidet Weismann zwei Arten des Plasma, das Morphoplasma, das hauptsächlich der Ernährung der Zelle dient, und das Idioplasma, das die Vererbungssubstanz enthält und die spezifischen Eigenschäften der Zelle bestimmt. Der mikroskopischen Zellstruktur folgend lokalisiert W. das Idioplasma im Zellkern, genauer in der chromatischen Substanz, deren Bedeutung für die Zellenteilung die Vorgänge der Karyokinese erweisen. Die chromatische Substanz verdichtet sich nämlich zu den meist schleifenförmigen Chromosomen und verteilt sich bei der Zellteilung genau zur Hälfte auf die Mutter- und Tochterzelle. Auch enthalten Organismen derselben Art stets eine konstante Zahl von Chromosomen, was wieder auf die Bedeutung der Chromosomen für die spezifischen Eigenschaften der Organismen hin weist. Enthalten auch alle Zellen das diese auf bauende Idioplasma, so hat doch nur die Keimzelle die Fähigkeit, den ganzen Organismus aus sich zu erzeugen. So werden wir das Plasma in somatisches und Keimplasma teilen. Für die Ontogenese ist letzteres von Wichtigkeit. Da die Chromosomen der Keimzelle bei der Zellteilung sich gleichfalls teilen, können die Chromosomen nicht eine einfache Substanz sein, sondern müssen aus Teilen bestehen, die man auch als Körnchen, aus denen die Chromosomen zusammengesetzt sind, erkennen kann. Diese Teile nennt W. Ide. Jedes Id enthält die Fähigkeit, einen ganzen Organismus aus sich zu entwickeln. Wie aber der Organismus aus imgleichartigen Teilen besteht, müssen sich diese Unterschiede bereits im Id vorfinden. So werden die Ide aus einer großen Menge differenter lebender Teile bestehen, von denen jedes in einer bestimmten Beziehung zu den einzelnen Zellen oder Zellarten steht. Jeder Teil des zu bildenden Organismus wird durch einen entsprechenden Teil des Keimplasmas bestimmt. Daher nennt W. diese Teile des Id Determinanten. Determinanten wird es so viele geben, als es selbständig variable Bezirke am fertigen Organismus gibt. Aber auch die Determinanten sind nicht die letzten Ein-