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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1920-01-01 · 1919 (1920) · page 12

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1919 (1920)
Date
1920-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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…/2720904-2721027--11-2726110
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13 Arten angehören, die Entwicklung also weder in der fehlenden* Reihe von der Amöbe bis zu ihnen, noch der Stammbaum der erhaltenen Arten lückenlos rekonstruiert werden kann. So bedeutsam die Mitwirkung des Darwinismus bei der Entdeckurig der Tatsachen war, die dem Entwicklungsgedanken seine reale Geltung sicherten, die eigentliche Leistung des Darwinismus ist erst der Versuch, die stattgehabte Entwicklung zu erklären, die realeri Ursachen der Entwicklung zu ermitteln, und zwar eine mechanistische Erklärung der Entwicklung zu geben, wodurch die Biologie nur dieselben Kräfte und Ursachen als wirksam anerkennen würde, wie die Physik. In diesem Versuch liegt vor allein die naturphilosophische Bedeutung des Darwinismus. Die mechanischen Ursachen der Entwicklung zu f inden, diesen scheinbar zwingend teleologischen Vorgang als absichts-־ loses, mechanisches Geschehen zu erweisen und zu erklären, war die große Aufgabe Darwins. Er löste sie mit der Genialität des Blicks, die im scheinbar Unwesentlichen des Rätsels Lösung sieht. Die bislang von der Wissenschaft kaum beachteten Vorgänge der künstlichen Züchtung unserer Haustiere und Kulturpflanzen boten ihm den Schlüssel zur Lösung. Wenn die Arten allmählich aus anderen hervorgegangen sind, dann dürfen wir die Varietäten derselben Art als beginnende Artunterschiede und hinwiederum verschiedene Arten als gesteigerte Varietäten* ansehen. Nun ist es die .Eigenart der kultivierten Tiere und Pflanzen, daß sie eine besonders große Variabilität haben und zugleich eine große Zahl verschiedener Rassen auf weisen. Gelänge es, die kultivierten Rassen trotz ihrer Verschiedenheit auf einen einheitlichen Stamrribaum als allmähliche Steigerung der Varietäten zurückzuführen, so brauchten die Ursachen der allmählichen Steigerung nur analysiert zu werden, um die realen Ursachen der Entwicklung der Kulturpflanzen und Tiere zu erkennen. Darwins nicht zu ermüdende Geduld in der Beobachtung der Tatsachen erwies die Richtigkeit seiner Intuition. Hund, Pferd, Taube existieren in einer großen Zahl verschiedener Rassen und es läßt sich erweisen, daß diese trotz ihrer weitreichenden Verschiedenheit von je einer wilden Art abstammen. Ähnlich verhält es sich mit Huhn, Schaf, Rind usw. Wie kann nun die Differenzierung der wilden Art zu den getrennten Rassen der kultivierten Arten erklärt werden? Mit andern Worten, wie machte es der Züchter, da von kultivierten Rassen die Rede ist, daß er so verschiedene Rassen erhielt? Zur Beantwortung

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