Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1918 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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6 Und wenn es auch, wie Hoffmann selbst bemerkt, durch den Umstand, daß der Verfasser von Mid. Hag־, seine Quellen nicht namhaft macht und oft Erklärungen verschiedensten Ursprungs miteinander verquickt, auch bei einem noch so eingehenden Studium und bei der sorgfältigsten Kritik schwerlich gelingen wird, die aus der Mcchilta des R. S. stammenden Midraschim von anderen Bestandteilen mit Sicherheit zu sondern, so sind wir doch nicht mehr au haltlose Kombinationen angewiesen und haben sozusagen festen Boden unter den Füßen. Was nun den Charakter des Midrasch betrifft, wir meinen die Frage, ob unser Midrasch aus der Schule R.Jsmaels oder der R. Akibas hervorgegangen ist, so gewinnt man schon bei einer oberflächlichen Prüfung die Überzeugung, daß derselbe alle Merkmale eines Midrasch aus der Schule R. Akibas an sich trägt. Nicht so leicht ist die andere Frage zu entscheiden, ob unser Midrasch mit Recht mit dem Namen R. Simons verknüpft wird, und wer wohl als Redaktor unserer Mechilta angesehen werden könnte. Wir glauben, daß wir es hinsichtlich der beiden Fragen zunächst bei der Antwort bpwenden lassen müssen, 2u welcher mein verewigter Lehrer, Seminarrabbiner Prof. Lewy, gelangt ist. Die Autorschaft R. S.s wird von ihm aus gewichtigen Gründen verneint und die Vermutung ausgesprochen, daß unsere Mechilta möglicherweise darum nach R. S. benannt wurde, weil sie mit einem Ausspruche R. S’s beginnt. Was den Redaktor unseres Midrasch betrifft, so weist derselbe nach, daß die in den beiden Talmuden oder in aggadischen Schriften, aus der Midraschsammlung oder im Namen Chiskijas zum zweiten Buche Moses mitgeteilten Erklärungen zum großen Teil in unserer Mechilta sich nachweisen lassen, so daß man unwillkürlich geneigt ist, in Chiskija, dem Sohne R. Chijas, den Redaktor unserer Mechüta zu sehen. So bestechend diese Annahme auch auf den ersten Blick erscheint, so wird sie von ihm dennoch zurückgewiesen. Diese beiden negativen Ergebnisse, zu denen L. gelangt, wurden von verschiedener Seite angefochten, aber nach meinem Dafürhalten mit L?n recht. Was zunächst die Autorschaft R. S.s betrifft, so macht derselbe geltend, daß eine große Anzahl von Erklärungen, die auf das zweite Buch Moses Bezug haben und in den beiden Talmuden oder in den aggadischen Midraschim aus der Midraschsammlung R. S.s als תגי ר' שמעון, zitiert werden, in unserer Mechilta sich nicht findet, woraus mit Recht geschlossen werden muß, daß unsere Mechilta mit der Midraschsammlung R. S.s nicht identisch ist.