Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1916 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- – (sequence 39)
- Language
- German
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239 Leder-Hausierer (2 Familien mit 12 Seelen) ging es wohl. Ein klägliches Los hatten die ״Hof juden44, die ihre Nahrung ״bey der Adelschafft aufm Lande durch Herbeischaffimg, was verlanget ward44 suchten. Es waren 8 Familienväter, die sich, Adelleicht bis auf einen oder zwei, ״nur mit Kummer und Sorgen durch die Welt brachten44. Am bösesten sah es mit den Woll- und Fell-Händlern aus (2 Familien mit 8 Seelen) und den 12 Familienvätern, die ihre Angehörigen (55 lebendige Menschen) mit ״Allerley44 zu ernähren trachteten. 4 Familienväter suchten ihr Brot in Xachbarstädten und kehrten immer wieder zur Familie heim. Der nach Breslau handelnde Avar ein Avohlhabender Mann, nicht minder derjenige, der in Polen mit Wolle Geschäfte machte, während der in Jan er mit den Goldschmieden und der in Polen mit den Tuchmachern in Yerbindung stehende sich nur kümmerlich ernähren konnten. Sie hatten zusammen für 18 Personen zu sorgen. 6 Familienväter lebten das ganze Jahr hindurch meist in Breslau und waren nur ausnahmsweise bei den Ihrigen in Glogau. 2 waren Münzlieferanten, 2 Mäkler und einer ein Angestellter des reichen Philipp Lazarus Hirschei1). Sie waren alle mehr oder minder unbemittelt. 26 Personen waren von ihnen zu versorgen. Die 8 Bentiers und Partikuliers Avaren natürlich samt und sonders reiche Leute. Dazu gehörten DaArid Salomon2), Moses Hirschei, Abraham Joachim, Israel Jaitels und Isajas Israel Muncke3), der ״vorgeblich von Interessen lebt, tatsächlieh aber Beehtskonsulent ist und viel Geld dabei Arerdient44. Von den Gewerbetreibenden waren die allermeisten in schlechten Verhältnissen. Wir finden 8 Fleischer mit ihren Behelfern (41 Personen), 7 Schneider (30), 3 Sticker (14), 2 Petschaftstecher (10), 1 Spitzenklöppler (2), 1 Spielmann (6), 1 Branntweinschankwirt (5), 2 Posamentiere (8), 1 Knopfmaeher (5) und einen, der ein ״schlechtes GeAverbe44 trieb (2). Von diesen 27 Gemeindemitgliedern werden nur 5 als Avenig bemittelt bezeichnet. Die übrigen waren arme und elende Leute. 1) Vgl. über ihn meine Abhandlung: ״Ein Breslauer Gedenktag“ in meinem Jahrb. zur Belehrung und Unterhaltung, XL\7I (1899), S. 92 t'f. 2) Er war der Schwiegervater des Berliner Oberlandesrabbiners B. Hirschei Lewin, vgl. meine Gesch. des Landrabbinats, S.-A., S. 54, A. 4. 3) Vgl. Anhang, S. XC1V, Nr. 7.