Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1916 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
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228 — Schluß des Fürstentages der Oberlandeshauptmann ein Patent, demzufolge statt der aufgehobenen Eau eh fangsteuer bis zu der in Aussicht• gestellten General-Steuer-Moderation jeder Jud und Jüdin im Lande über 20 Jahr 6 PI., unter 20 Jahr 3 PI. jährlich zu zahlen hatte1). Von 1670 ab mußten alle Juden männlichen und weiblichen Geschlechts im Alter von mehr als 15 Jahren diesen Aufschlag dreifach; also 3 Taler Schlesisch für die Person, erlegen2). Jm Jahre 1678 erging die Verordnung, daß ,,bis auf Weiteres“ mit diesen Auflagen jährlich fortgefahren werden sollte3). Zu der 1683 abermals ausgeschriebenen Türkensteuer von 300000 Gulden mußten die Glogauer Juden trotz aller Gegenvorstellungen 200 PI. beitragen. Ebenso mußten sie ein Jahr darauf zu der dem Lande auferlegten Türkensteuer Aon 100000 Gulden für jede Person, ungeachtet aller Privilegien, 3 Taler Schlesisch hergeben4). Im Jahre 1691 hatten sie zu den Arom Lande per aversionem verlangten 150000 PI. einen Beitrag zu erlegen. Zu der durch Oberamts־ Patent vom 5. April 1700 ausgeschriebenen ordinären und extraordinären Collecte mußte die schlesische Judenschaft 6000 Fl. beitragen, und die Glogauer hatten ihren Teil dazu herbeizuschaffen5). Im Jahre 1706 Avurde ihnen auf ihr flehentliches Bitten, anläßlich der Neuordnung der Accise- Vergebung in Glogau, gestattet, an Stelle• der nach Klassen zu erhebenden Steuer ein Pauschquantum von 600 PI. jährlieh abzuführen, und drei Jahre später Avurde zu dieser Summe für einige unter Schloßgerichtsbarkeit erbaute Häuser ein Zusatz Aron 150 Gulden erhoben6). Endlich sollten sie zu dem ״in signum servit-utis“ in ganz Schlesien 1713 eingeführten Tole - ranz ־Impost die Summe von 1853 PI. 37 Kr. beitragen und haben diesen Posten erlegen müssen, bis es ihnen 1721 gelang durchzusetzen, daß sie ־wenigstens von dieser Auflage freigelassen wurden7). x) 8. (las Druck-Exemplar des OberamiKpatent* vom 26. November 1666 in der HS. 043 Nr.172 ־. 2) a. a. O. N1102 .־. 3) Berndt, Juden, 8. 51. 4) Berndt a. a. O. 5) Stadtarchiv Klose NNN. 430. 6) Berndt a. a. 0., 8. ol f. 7) 8amml. Kohles. Privil. II, Nr. 150, 8. 400. Zimmermann, 8. 29. Ar. Könne u. Simon, S. 223. Berndt a. a, 0., 8. 52 t,