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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1917-01-01 · 1916 (1917) · page 24

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1916 (1917)
Date
1917-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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IRI
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- 224 - und auch die massiven meist mit Schindeln gedeckt waren1). In der Tat kam z. B. allein im Dezember 1732 innerhalb fünf Tagen zweimal Feuer in der Judenstadt aus2). Die gesundheitsschädlichen Ausdünstungen der aufgespeicherten Waren- Vorräte und der niemals beseitigte Unrat und Unflat waren eine unerträgliche Belästigung für die nähere und fernere Nachbarschaft. Die immer wiederholten lauten Klagen darüber fruchteten so wenig wie die stetig wiederkehrenden Obrigkeitliehen Befehle, die mit schweren Strafen jeden bedrohten, der unvorsichtig mit Feuer umging oder sich unterstand, die üblen Düfte zu vermehren. Allein allen Zorn und Eifer des Landeshauptmanns und des Bates überwand immer wieder die wichtige Rücksichtnahme auf das bare Einkommen, das von den unheimlichen und widerwärtigen Miteinwohnern erzielt wurde. Sie ging sogar soweit, daß der Judenschaft eines Tages selbst ,,büssige und hitzige Worte“ in ihren Schrift- Sätzen an die Behörden, ,,die sich sogar indirekt auf das Kgl. Amt ausdeuten ließen“, nicht allzu arg nachgetragen, sondern nur mit der milden mündlichen Eröffnung bestraft wurden, ,,ihr die Hytzigkeiten zu verweisen und sie ernstlich zu schuldigem Respekt und Gehorsam zu ermahnen“3). Denn vom üblen Geruch der Gasse haftete offenbar nicht das mindeste den klingenden goldenen und silbernen Münzen an, mit denen die harten Steuern und Gefälle pünktlich zu erlegen waren. b) Die wirtschaftliche Lage der Glogauer Juden. Da standen in erster Linie die Leistungen, die der Kaiser zu beanspruchen hatte. Das wichtigste und schwerste Stück dabei war der Anteil an den 40000 Gulden, die die Juden Böhmens und der Nebenländer seit 1627 jährlich zu zahlen hatten. Damals schrieb der Kaiser an die schlesische Kammer4), daß er einer starken und namhaften Summe Geldes zur Be- *) Noch in der Mitte des 19. Jahrhundert» gal) es deren 15 in der Stadt und 13 auf dem Dome, vgl. Blasclike, S. 488. 2) Berndt a, a. 0., S. 57. 3) Vgl. das Kaiserliche Rescript, d. d. 21. Oktober 1710, im Anszuge mit geteilt von Berndt a. a. O., S. 38. 4) Vgl. Brsl. Staatsarchiv A. A. II, 21g. Acta publica VI, 107. Brsl. Stadtarchiv Magistr.-Akten XVI, 17 f. 20 ff., auch Boe A. Nr. 97, fol. 509—513a. G. Wolf in der ZGJD. IV, 185. Berndt, Juden, S. 50.

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