Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1916 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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218 gesetzten hundert Mark jährlich für Schatzung, Geschoß, Kriegsanlage, Einquartierung und allerhand Kontributionen ordinarie et extraordinarie von Ostern 1668 ab jährlich die doppelte Summe zu zahlen, und erhielten dafür die feste Zu- Sicherung, daß darüber hinaus nicht das geringste Quantum mehr ihnen zugemutet werden solle. Was aber die seit vierzehn Jahren rückständigen Zahlungen angeht, so einigten sich beide Parteien dahin, daß dafür ein einmaliges Pauschquantum von 3200 schlesischen Talern, jeden zu 36 Groschen und den Groschen zu 12 Hellern, von der Judenschaft erlegt werde. Endlich wurde eine Ueberaus timmung darüber erzielt, daß die Gnadenbriefe der Kaiser nur für die darin genannten Personen und deren wirkliche Kachkommcn gelten, und daß deren Inhalt vom Kat nichtgegen den Wortlaut und Sinn ausgelegt und die Juden in Sachen des Zolles bei der Wareneinfuhr den einheimischen Bürgern durchaus gleich behandelt werden sollten1). In den nächsten zwei Jahren wurden die festgesetzten Zahlungen von den Juden geleistet. Jetzt endlich gewann der Vertrag Rechtskraft dadurch, daß der Landeshauptmann von Dvhrn, beiläufig der Begründer der Stadt Dyhernfurth2), diese am 28. Mai 1670 bestätigte. Rüstig arbeiteten die Käufer an der Wiederherstellung der wüsten und der Bebauung der neuen Brandstellen. Koch während der Bauarbeit stellte sich heraus, daß nicht einmal für die augenblickliche Seelenzahl, geschweige denn für deren Zuwachs die 25 Häuslein ausreichen würden• Aus einer KachWeisung, welche die Aeltesten 1673 einreichen mußten, ergab sich, daß in den letzten fünfzig Jahren die ächten ״Benedixer“ oder ״Benedikter“ oder ״Benediktiner“ Juden3) von 22 Familienhäuptern4) auf 75 Wirte, 6 Witwer ohne Anhang, 15 alte arme Leute, die von Almosen der Gex) Lib. nig. Abt. II, Nr. 182. S. 628, s. auch Berndt, Juden, S. 31 f. Die Urkunde ist unterschrieben vom Bürgermeister und den Ratmannen, dem substituierten Stadtgerichtsvogt, den Stadt־ und Hof schoppen, Aeltesten und Geschworenen der Fleischer, der Bäcker, der Reichskrämer und der Tuchmacher und von den Aeltesten der Judenschaft (Benedikt Karpel, Israel Marx, David Marx, Abraham Sachse und Wolf Joseph), von den letzteren hebräisch, und mit 6 Siegeln des Rates und 5 jüdischen versehen. 2) S. meine Geschichte und Annalen der Dyhernfurther Druckerei in der MS. 1896, S. 474 f. Herda, Gesch. der Stadt Dyhernfurt, S. 29. 36. 3) Alle diese Bezeichnungen finden sich immer wieder in den Akten. 4) Oben S. 210, Anm. 2.