Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1916 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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216 Bottmäßigkeit, Protection und Schutz unterworfen sein und bleiben sollen“ 1). Dieser Erfolg erweckte von neuem den Neid und die Mißgunst der Kaufherren, Zechen und Zünfte, und die Mißstimmung wuchs, als die Juden, die daheim gebliebenen sowohl, als die zurückgekehrten, sich einmütig weigerten, trotz des vor 14 Jahren abgeschlossenen Vertrages neben den anderen Lasten auch uoch die onera civica zu tragen. Der Bat machte geltend, daß vertragswidrig während des Krieges für die Baustellen weder Geschoß noch Einquartierung noch Kontribution noch andere Kriegslasten getragen worden seien. Die Juden wiesen darauf hin, daß das überwiesene Bevier noch gänzlich wrüst darniederliege, und für unbebaute Plätze nichts zu zahlen sei. Der Bat hielt durchaus an dem Grundsätze fest, daß kein heimkehrender Jude befugt sei, ihm verschwägerte oder gar fremde Glaubensgenossen mitzubringen und ihnen allmählich zum Wohn- und Heimatsrecht in der Stadt zu verhelfen. Die Juden bemühten sich, ihre Gegner davon zu überzeugen, daß ihr heimatsberechtigter Genosse Jacob Salomon sich um den gemeinen Nutzen, die Beförderung des Handels, die Aufrichtung des Handwerks und Gewerbes wohl verdient mache, wenn er seinen Vetter und mit ihm noch 5—6 wohlhabende Familien mit in die Stadt zöge 2). So war des Streites kein Ende, bis der Kaiser 1J (Jod. 99 der Seminarbibliothek, S. 24 ff. Lib. nig. Nr. 16S, S. 588. Berndt, Juden, S. 29. 2) Berndt, Glogau I, 198. Dieser Jakob Salomo ist wahrscheinlich, derselbe, der in einem 1624 angelegten Urbarium vor kommt und in diesem Jahre an den Schloßhauptmann für sein Haus 1 Tlilr. und für die Juden- Druckerei 12 Gr. zu zahlen hatte (Berndt, Juden, S. 54). Am 17. Februar 1639 besaß er einen beträchtlichen Posten Wolle, Getreide und Leder (Bresl. Stadtarchiv A. Sign. B ao 1639, fol. 40b f.), und am 4. März 1654 verzichtete seine Witwe Gretel Benedixin mit ihren zwei Söhnen auf eine von ihrem Manne herrührende Verschreibung über 16000 Rthlr. nebst Zinsen seit dem 24. März 1638 (Bresl. Staatsarchiv Ft. Glogau IIT, 15b, fol. 38 f.). Von einer Juden-Druckerei in Glogau ist sonst nichts bekannt. Vielleicht handelt es sich um einen Versuch, die Tätigkeit der Prager Gersoniden-Pressen in Schlesien fortzusetzen. Jakob Salomon könnte dann sehr wohl der Sohn Salomos (III) b. Gereon (III) b. Joseph Bezalel b. Mordechai Zemach b. Gerson I b. Salomon ha־C0hen sein. Vgl. Stein- Schneider CB Nr. 8679, 8676, 8672, 8670, 8665. Typ. S. 53 ff. Zunz, Ges. Schriften III, 198. S. übrigens auch Lewin, Deutsche Einwanderungen in polnische Ghetti (Frankf. a. M. 1907) SA. S. 38. Das älteste aus späterer Zeit mir bekannte hebr. Buch wurde erst 1840 in der Buch׳