Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1917-01-01 · 1916 (1917) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1916 (1917)
Date
1917-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2720904-2721033--09-2725942
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

210 Da sie, wie bereits bemerkt, die Befugnis besaßen ״Ihre bies liero ingehabte Erblich Zustehende . . . zum teil gantz Baufällige Häußlein und Wohnung bauständig zu erhalten, zu verbessern, zu verwechseln, zu verkaufen und damit Ihres Gefallens zu tun und zu lassen“1), so bemühten sie sich eifrig, die alten Wohnstätten so bequem Avie möglich aufzubauen, und, Avenn es irgend anging, einige neue Grundstücke für sich und ihren zunehmenden KacliAvuchs2) zu enverben. In enger Gasse standen damals ihre Häuschen dicht gedrängt außerhalb der Stadtmauer zAvisehen der Schloß, und Dominikaner-Bastion. Besonders dringend Avurde dieses Verlangen nach dem großen Brande, der die Stadt am 28. Juli 1615 heimsuchte3) und nicht weniger als 1042 Häuser, darunter geAviß auch die bisherigen Wohnstätten der Juden, einäscherte. Etliche Jahre zogen sich die Verhandlungen hin, bis es ihnen gelang, außer den bisherigen Grundstücken einige weitere öde Baustellen in der Nähe des Schlosses und zu dessen Jurisdiktion gehörig, anzukaufen. Im September 1623 erhielten nämlich Benedikt Israel4), sein Sohn Markus Benedikt5) und die Gebrüder Michael und Heinrich Sachs6) vorn Landeshauptmann Georg 1j Priv. des Kaisers Matthias d. d. Wien, 8. Januar 1615, eod. 99 der Seminarbibliotliek, S. 12 f. Wie der Kaiser den Einspruch des Glogauer llats gegen die den Juden verliehenen Rechte behandelte, sieht man aus einem Schreiben d. d. Prag, 18. August 1616 im Cod. dipl. Sil. Bd. 28. S. 180, ZI. 27 ff. Vgl. unten S. 213. 2) Es hinterließ nämlich Israel Benedikt vier Söhne und vier Töchter, von denen nur eine ohne Leibeserben gestorben ist. Die Witwe Abrahams hatte vier Söhne und drei Töchter, die Witwe Susanne acht Nachkommen (Berndt, Juden, S. 36). Daraus ergaben sich schon für das zweite Geschlecht der Ansiedler 22 Familien. Nimmt man die Handlungsgehilfen, Dienstboten, Jugendlehrer, Vorsänger und Schächter hinzu, die ihnen unentbehrlich waren, so kommt man leicht auf eine Anzahl von etwa 180 bis 200 Seelen, die damals ortsanwesend gewesen sein werden. 3) Minsberg II, 112 f. Berndt, Glogau, I, S. 44 ff. Blaschke, Geschichte der Stadt Glogau, S. 252 ff. 4) Staatsarchiv Ft. Glogau III, 15d, fol. 201 f. d. d. 7. September 1623. Am 20. desselben Monats erhielt er noch die weitere Vergünstigung, von seinen! Stellichen (Ställchen!) zwei Ellen nach dem Schloßgraben hinaus vorzurücken und zu bebauen. 5) a. a. O., fol. 202 f. 6) a. a.. 0.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.