Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1916 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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207 forderung seiner Gelegenheit und Nothdurfft mit seinem Weib, Kindern und Gesinde, häußlich zu wohnen, darinnen sicher zu Handeln und zu Wandeln und sein hin und wieder auß geliehenen Gelder und Schulden unverhindert einzubringen und bey seiner Nahrung erhalten zu werden“. Yergeblich fügten ihm ,,etliche Inwohner allerlei Widerwärtigkeiten und Drangsal“ und ״allerhand Gewalt und Bedrängniß“ zu, um ihn zu zwingen, ״sammt allen den seinigen von dannen zu weichen“. Es half nichts, daß der Jude sich als Helfer in der Not erwies und dem Kat 450 Taler vorschoß, damit er die Bestätigung seiner Privilegien erfolgreich betreiben könne 1). Die Beschwerden wegen ״übermäßigen Wuchers und Absteckung der bürgerlichen Nahrung“ ließen nicht nach 2). Aber der Landeshauptmann muß wohl bei seiner Untersuchung nichts die Juden Belastendes gefunden haben. Denn Kaiser Matthias 3) bestätigte nicht nur für Benedikt Israel die bisherigen Gerechtsame, sondern dehnte sie auch auf ״seines Weibes zwo Schwestern und deren Kinder“ aus, erlaubte ihnen ״unbeschränkten Handel und Verkehr nicht nur im großglogauischen Fürstentum sondern auch sonst in seinem Herzogtum Schlesien“. Ferner sollte der Jude sein baufälliges Häuslein bauständig erhalten, verbessern, verwechseln, vertauschen und damit seines Gefallens tun, sich auch das Vieh- Schlachtung frei und ungehindert gebrauchen dürfen. In einer weiteren Erklärung dazu wurden dann noch die beiden Schwestern: Kaiserin, Abrahams Wittib, und Susanna ausdrücklich benannt und dazu bemerkt, daß ״nur sie und ihre Benjamin Almron b. Abraham Slonik (oben S. 191) gewesen ist? Wir müßten dann annehmen, daß R. Benjamin Slonik noch einen dritten Sohn (oben S. 195), namens Israel, gehabt habe. Den Zunamen סלביק will M. Stern, wie er mir mitteilt, für die Ortschaft Salnigo oder Salnik im Gouvernement Grodno — und zwar, wie mir scheint, mit Hecht — halten. Harkavy (חדשים וגם ישנים II, 3 101. 32, vgl. עיר תחלה S. 202) möchte an ein slavisches Appellativum denken. x) Berndt a. a. 0., S. IS, und dess. Gesell, d. Stadt Gr.-Glogau, S. 41. 2) Vgl. das Schreiben des Kanzlers Georg von Schönaich zu Karolath- Beuthen, d. d. Wien, 8. Januar 1615, an den Bürgermeister und die Ratmannen von Glogau (Lib. nig. Kr. 24, S. 96) und des Kaisers Matthias an den Glogauer Hauptmann, d. d. Prag, 22. Dezember 1615 (das. Nr. 23, S. 94). 3) Lib. nig. Nr. 165, S. 578, d. d. Wien, 8. Januar 1615.