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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1914-01-01 · 1913 (1914) · page 87

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1913 (1914)
Date
1914-01-01
Page
– (sequence 87)
Language
German
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47 gebührt, ist allgemein bekannt. Waren sie es doch, welche den Scholastikern auch die Kenntnis der nicht zum Organon gehörigen aristotelischen Schriften vermittelten, und mit den aristotelischen Schriften übermittelten sie den Scholastikern zugleich die Kommentare, welche sie zu jenen verfasst hatten. Hingegen habe ich nirgends die Frage erörtert gefunden, ob auch die Mutakallimun, die Scholastiker des Islams, auf die christliche Scholastik irgend einen Einfluss ausgeübt haben. Ich glaubte nun anderwärts103) einen Anhaltspunkt für eine Beziehung zwischen Kalam und Scholastik schon um die Mitte des zwölften Jahrhunderts in der Statuslehre gefunden zu haben, die von Johannes von Salisbury im Namen des Walter von Mortaigne angeführt wird, dessen Urheberschaft jedoch jetzt allgemein bezweifelt wird. Die Behauptung, dass die Universalien in den Einzeldingen als Status existieren, dass ein und dasselbe, je nachdem seine Verschiedenheit oder seine Aehnlichkeit mit anderen Dingen betrachtet wird, sowohl Individuum als auch species, genus und genus generalissimum ist, stimmt in auffallender Weise mit der Haitheorie im Kalam überein. Plato, heisst es in der Statuslehre, sei sowohl Individuum als auch species, genus und genus generalissimum, je nach den verschiedenen Rücksichten, von denen aus man ihn betrachtet, und ebenso heisst es in einem von Sahrastani zur Illustrierung der Hallehre gebrauchten Beispiel, die schwarze Farbe sei zugleich Schwärze, species (Farbe), genus (Akzidenz). 104) Und zur Bezeichnung dieser verschiedenen Begriffe wird merkwürdigerweise im Kalam und in der Scholastik der gleiche auffallende Ausdruck Hai oder Status (= Zustand) gebraucht. Wir brauchen nun auf diesen Gegenstand, den wir bereits anderwärts behandelt haben , nicht näher einzugehen; wohl aber möchten wir die Frage betreffend die Be- Ziehungen der Scholastik zum Kalam, im Hinblick auf die dargelegten Ansichten der As‘arijja aufs neue erörtern.. In einer von Manser veröffentlichten Abhandlung: Drei Zweifler am Kausalprinzip im XIV. Jahrhundert, werden von Peter d’Ailly, Nikolaus von Autricuria und Wilhelm Okkam Ansichten mitgeteilt, die mit 1-H® v_5JL^u’1 Ebenso Mawakif a. a. O. 1°3) vgl. Monatsschrift für Gesch. u. Wissensch. d. Judentums 1909, S. 744 ff. 10‘) Sahr., S. 69: *jL) 101^-j Liy, Löj: cr»j

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