Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1913 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- – (sequence 81)
- Language
- German
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41 beliebte gewohnheitsmässige Aufeinänderfolge der Erscheinungen hat zur Folge, dass wir mit unserem Wissen der Zukunft vorauseilen; und die künftigen Ereignisse noch vor ihrem Eintritt bestimmen können. Aus diesem Grunde nennen die Asarijja in einer für ihre Auffassung sehr charakteristischen Weise die angeblichen Ursachen Zeichen und Hinweise, die dazu bestimmt sind, die Wirkungen im voraus anzukündigen.86) Demnach steht die voraufgehende Erscheinung zur folgenden nicht im Verhältnis von Ursache und Wirkung, sondern des Zeichens zum Bezeichneten. Wir sehen, wie die Asarijja hinsichtlich des Wissens sich auf einen ähnlichen Standpunkt versetzt finden, wie die Skeptiker. Auch gegen diese hat man bekanntlich eingewandt, dass sie durch ihr eigenes Verhalten im praktischen Leben sich mit ihrem angeb־ liehen Zweifel an der Möglichkeit der Erkenntnis in Widerspruch setzen. Sie aber erwiderten, dass sie ungeachtet ihres Zweifels an der Möglichkeit eines sicheren Wissens, doch fürs praktische Leben eine genügende Direktive an der Erkenntnis des Wahrscheinlichen und Einleuchtenden hätten. Ebenso haben die Asarijja durch die Leugnung des Causalitätsgesetzes die Möglichkeit eines Wissens im eigentlichen Sinne aufgehoben, aber ein Wahrscheinlichkeitswissen, das sich auf die Gewohnheit und die Erwartung ihrer Fortdauer stützt und gerade hinreicht, um damit im praktischen Leben hauszuhalten, bestehen lassen. Zum Schlüsse seien noch, um die Differenz zwischen den Asarijja und ihren Gegnern schärfer hervorzuheben, die verschiedenen Ansichten über die Causalität nach Senussi angeführt. Zu den verschiedenen Häresien gehört auch die Häresie der Ursachen, das ist die Meinung, dass den Gewohnheits- Ursachen irgend welche Wirkung zukomme.87) Im Einzelnen gibt es folgende Ansichten: 1. Die Ansicht, welche die Ewigkeit der Ursachen annimmt, welche durch ihre Natur, d. i. ihre Wesenheit, wirken, ohne dass ihnen diese Macht durch Gott verliehen worden wäre.88) 2. Die Ansicht, dass die Ursachen 86j Vgl. w. u. S. 42 A. 91 die Bezeichnung der Ursachen als ofjLd 87) Senussi, Les proleg. theoiogiques, S. 73: oLud j&j 0-uotjLdjJt j i\Ä*vviUi! 1\jc>L*JJ 4jL.״wviU ^GLuS 88) Das. S. 109: LgJviÜiX^!•; jjiäml. UJux^Sj ^JLjü *JUS 0>5^ ג Die Ansicht vieler Philosophen und Naturalisten.