Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1913 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- – (sequence 80)
- Language
- German
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der Behauptung ausgegangen, dass das Verhältnis von Ursache und Wirkung keineswegs dem von Grund und Folge zu vergleichen sei, weil Ursache und Wirkung verschiedene von einander trenn־ bare Begriffe sind, so dass in der Ursache die Wirkung nicht von selbst mit eingeschlossen ist. Sie schreiten dann zur Behauptung fort, dass auch aus der Erfahrung der Begriff einer causalen Verknüpfung sich nicht deduzieren lasse, weil in der Erfahrung selbst bloss die Aufeinanderfolge, nicht aber die Auseinanderfolge der Erscheinungen gegeben ist, und in ihrem Prinzip von der Möglichkeit ziehen sie dann die Konsequenz, dass die Erfahrung uns nur über das Tatsächliche belehren kann, nicht aber über das, was möglich ist oder nicht. Denn, haben wir auch unzählige Mal die Verbindung zweier Erscheinungen beobachtet, wer verbürgt uns die Gleichmässigkeit des Naturverlaufs und gibt uns die Gewissheit, dass das Morgen dem Gestern gleichen wird? Es ist doch kein logischer Widerspruch in der Annahme, dass B nicht auf A folge, mithin ist es auch möglich. Demnach sind Wunder bloss eine Unterbrechung der Gewohnheit, und die Unbegreiflichkeit einer Erscheinung, weil sie allen bis dahin gemachten Erfahrungen wider־ spricht, kein Beweis gegen deren Tatsächlichkeit. : Hier jedoch erhebt sich ein sehr naheliegender Eiawand, der den Asarijja selbst nicht entgehen konnte. Spricht nicht unser eigenes praktisches Verhalten gegen die obige Ansicht? Muss nicht der Gedanke von der Möglichkeit einer Aenderung des gewohnten Ganges der Natur eine Unsicherheit in alle unsere Ver־ hältnisse bringen? Wären wir nicht innerlich von der unabänderliehen Gleichmässigkeit des Naturlaufs überzeugt, müssten wir da nicht, sobald wir unser Haus nur auf einen Augenblick verlassen, befürchten, dass wir bei unserer Rückkehr nichts mehr in seinem früheren Zustand finden? Darauf antworten die ASarijja: Wenn auch eine Aenderung des Naturlaufs jeden Augenblick möglieh ist, so stört uns dies nicht in unserem alltäglichen Verhalten. Die gewohnheitsmässige, wenn auch nicht unabänderliche Verbindung der Erscheinungen, erzeugt auch eine gewisse Gewohnheit in unserer Anschauungsweise, dass wir nicht fürchten, mit einem Male aus dem bisherigen Geleise herausgeworfen zu werden, sondern es als selbstverständlich ansehen, dass die Dinge ihren gewohnten Gang einhalten werden.85) Ja noch mehr, jene von Gott 85J Al-Gazzali, Tahafut, S. 69: [seil. ä0l*JS xx/kLJ( lul£>oi Zy*