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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1914-01-01 · 1913 (1914) · page 77

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1913 (1914)
Date
1914-01-01
Page
– (sequence 77)
Language
German
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3^ — eben der Verstand zum Verstand wird.78) Mag es nun richtig sein, dass der Ausdruck in der Tat nicht ganz zutreffend ist, — und vielleicht rührt es daher, dass er eine nicht genaue Uebertragung eines Fremdworts ist,79) — so ist doch der Sinn im Ganzen klar. Es soll damit ausgesprochen werden, dass das, was wir als notwendig verknüpft anzusehen gewohnt sind, es in Wirklichkeit nicht ist, dass auf die vermeintliche Ursache nicht unbedingt die Wirkung folgen müsse, dass, wie immer wieder betont wird, zwischen Ursache und Wirkung nicht das Verhältnis einer logischen Verknüpfung ^äJI) bestehe. 80) Die ganze Tragweite des Begriffes der Gewohnheit und der Causalitätslehre überhaupt wird uns erst klar durch die von Maimuni angeführte zehnte Prämisse, die er als einen Grundpfeiler der Philosophie des Kalam bezeichnet. Sie betrifft den Begriff der Möglichkeit. Massstab für das, was möglich ist oder nicht, ist nach den As‘ariten, wie Maimuni sehr ausführlich auseinandersetzt, lediglich die Phantasie. Alles was psychologisch vorstellbar ist, behaupten sie, sei auch logisch möglich. Diesen Grundsatz wenden 78) Ibrr-Rosd, Tahafut ai-Tahafut, S. 128:׳ L5׳ U5 .... . LooLe j! ל\ JsäÜÜ| ג\עיU L$il sjLäJI äv3L& s.L! q! JG-p . . . JutaJ! L$****£j iüCU Kv3LäÜ bi! HaLc■ Lfcil I sjLtJI qU Ui ^V-. 0^ ,lib JJüril J*kd ä.xjZj JsÄjtil \jtz I 79) Ueber den Einfluss der griechischen Philosophie auf die Entwicklung des Kalam, S. 89. 80) Hierbei möchten wir jedoch auf einen merkwürdigen Umstand hinweisen. Wie aus obiger Auseinandersetzung zu ersehen ist, haben die Asarijja ganz richtig zwischen dem Ideal- und Realgrund unterschieden und nehmen davon ihren Ausgangspunkt. Nachdem sie das richtig erkannt haben, drehen sie den Spiess um und setzten den Idealgrund herab und stellen ihn auf gleiche Linie mit dem Realgrund, indem sie behaupten, dass der Schluss aus den Prämissen nicht mit Notwendigkeit, sondern nach einer Gewohnheit entspringe, vgl. Al-Razi, S. 28: »O’wJtil: i^J|. Tusi das. u. S. 106: jA Jy>! 0^äj Ja XapwGcüU oIaxIuJU ^JLäJI xaJLä-j Dl 'b'jtxJI L>f 0-U x>UVJLtb ^JjJJ ÜÜ^ü *JJ) 0). Da wir nicht annehmen können, die Asarijja hätten gesagt, dass der Schluss nicht notwendig in den Prämissen enthalten ist, so ist der Sinn ihrer Behauptung vielleicht, dass Gott im Menschen nur nach Gewohnheit, nicht aber immer aus den Prämissen den richtigen Schluss entstehen lässt.

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