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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1914-01-01 · 1913 (1914) · page 75

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1913 (1914)
Date
1914-01-01
Page
– (sequence 75)
Language
German
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35 Ursache und Wirkung stehen nicht zu einander im Verhältnis der Identität, so dass die Wirkung in der Ursache enthalten wäre, wie im Grund die Folge. Aber auch aus der Erfahrung lässt sich der Begriff der Ursache nicht deduzieren, denn die Erfahrung zeigt uns nirgends ein Wirken der Dinge auf einander, sondern nur ein Beieinander. Dass das Feuer die Ursache sei, wenn bei der Berührung mit ihm die Wolle verbrennt, kann keineswegs aus der Erfahrung geschlossen werden, denn die Erfahrung lehrt nur, dass es zugleich bei der Berührung mit dem Feuer, nicht aber dass es durch das Feuer geschieht.75) Obgleich nun dieser Gedanke an sich klar ist, sucht Al-Gazzali noch durch ein Beispiel besonders darzutun, dass wir niemals darüber in Gewissheit sein können, was die Ursache sei, wobei er vorübergehend sich auf den gegnerischen Standpunkt stellt. Gesetzt, meint er, ein Blinder, der den Unterschied von Tag und Nacht nicht kennt, würde plötzlich sehend und nähme beim Oeffnen der Augen die Farben wahr, so würde er sicherlich glauben, dass das blosse Oeffnen der Augen die Ursache für das Erscheinen der Farben sei, ohne zu wissen, dass erst durch das Licht die Farben sichtbar werden, und erst beim Eintritt der Nacht würde er seinen Irrtum gewahr werden. Wer nun bürgt uns dafür, dass wir überhaupt in irgend einem Falle die wahre Ursache erkennen? Das Zusammen, das Beieinander ist niemals ein Beweis, dass etwas durch etwas geschieht. 76) . . . >Lüi Vgl. auch Al-Gazzali, Al־‘Iktisad, S. 45. 75) Tahafut, das.: 50^L£*a ^1 JJo stiviL* JsJLt 15\y+M &JLc. 76) Tahafut, S. 68. Den gleichen Gedanken illustriert Senoussi a. a. O. S. 93, durch ein anderes Beispiel: Lal^ ÖJ>l^o sL015> qLXsI Uü 3-juöaJI £ Lvv La ^La ^UJI 2ü-‘i ^LtLüj HjxaäaJI qL/ 131 t*5LL> jL>Lül väj *^5 L*-a ^*5^1,3 2ül^ &3LA qJöI La ^21 Vbä\ü ^oLül wnxamJI qI VÜU.^1 <i*5CJLJf jL> 0^ *L>- *jl äj^Lc. La 3! yjj-wsrf La j\ La v-.’LJl 1i*5Lf15 2s

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