Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1913 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- – (sequence 73)
- Language
- German
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33 bösen Handlungen als Erwerb des Menschen bezeichnet werden.70) Von anderer Seite suchte man einen Ausgleich in der Weise zu treffen, dass man sagte, die Handlungen selbst werden von Gott hervorgebracht, der Modus jedoch (Hai), d. h. der sittliche Charakter des Guten und Bösen, werde ihnen vom Menschen verliehen.71) Wie freilich der Modus, der Charakter, die Art und Weise, sich von der Handlung selbst trennen Jasse, lässt sich schwer begreifen. Vielleicht soll es heissen, dass der Impuls, die Richtung vom Menschen ausgehe, die Handlung selbst aber von Gott vollzogen werde, — eine Unterscheidung welche man bei einem der Okkasionalisten findet72); ob aber dies auch gemeint sei, möchten wir nicht mit Bestimmtheit behaupten. Wir sehen, wie die Frage der Causalität, soweit sie den Menschen betrifft, durch den Zusammenhang mit verschiedenen anderen Fragen, komplizierter wird, und wie die Asariten selbst hier zu gewissen Unterscheidungen geneigt waren. Anders aber verhält es sich, soweit es sich um die Causalität im Allgemeinen handelt. Gewisse Gesichtspunkte kommen hier gar nicht in Betracht, und darum tritt hier die Erörterung über den Begriff der Ursache selbst in den Vordergrund. Sehr bestimmt und scharf präzisiert den Standpunkt der Asariten Al-Bakilani nach einem Zitat bei Ibn-Hazm. ״Wir leugnen“, sagt er, ״dass das Feuer wärme und verbrenne, der Schnee kühle, das Brot sättige, Wasser den Durst stille.“ Dazu bemerkt Ibn-Hazm, das sind die eigenen Worte Al־Bakilanis, welche sowohl mit dem gesunden Menschen־־ 70) Vgl. die verschiedenen Erklärungen der Kasb bei Ibn-Hazm III, S. 82: Uj |^\£י OäU>J) q! wa—:;J UaJ 'JÖj j! *JUL>- L*j) UJU5L5 iU-ik+J und das. S. 87: 01*5^1 qIj LoL>\o! Jlä wXij . . . U-o xgo- Ui oLU^JI. Vgl. auch das. S. 71. 71) Vgl. Al-Razi S 140: JotäJl 013 0I ^^UJ! KcLb j Ebenso Sahr. S. 69; Mewakif S. 106; Senoussi, Les prolegomenes theologiques. ed. Luciani Alger 1908, S. 65. 72) So meint Joh. Clauberg, die Seele verhalte sich zum Körper wie der Wagenlenker zum Wagen. Der Wagen wird von den Pferden gezogen, während der Wagenlenker bloss die Direktive gibt. Ebenso beschränke sich die Tätigkeit der Seele bloss darauf, dem Körper die Richtung anzugeben, während die Bewegung selbst von Gott vollzogen wird, vgl. Lang a. a. O., S. 234.