Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1914-01-01 · 1913 (1914) · page 64

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1913 (1914)
Date
1914-01-01
Page
– (sequence 64)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2720904-2721037--063-2725857
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

24 Begriff Mensch angeführt.45) Durch diese Stelle rückt die obige Kontroverse in einen Zusammenhang, welcher in der Darstellung der Quellen mit keinem Worte angedeutet ist. Noch ein anderes Beispiel, das nach unserem Dafürhalten gleichfalls auf die griechische Skepsis hinweist, sei erwähnt. Aus verschiedenen Erörterungen im Kalam geht hervor, dass es strittig war, ob es gestattet sei, vom Offenbaren aufs Verborgene zu schliessen.46) Es wird die Frage nirgends direkt erörtert, so dass man einen Einblick in die Gründe hätte gewinnen können, welche für und wider vorgebracht wurden, aber bei den verschiedensten Anlässen wird die Frage als bekannt vorausgesetzt und die Nutzanwendung auf den gerade vorliegenden Fall gezogen. So z. B. wird die Frage erörtert, ob in analoger Weise wie gewisse Tätigkeiten beim Menschen auf bestimmte Ursache zurückweisen, auch bei Gott von den gleichen Handlungen auf eine gleiche Ursache geschlossen werden dürfe, ln gleicher Weise sagt Ibn Hazm von der Methode, deren sich die Mutaziliten bedienen, um nachzuweisen, dass Gott nicht Urheber der menschlichen Handlungen sei, ihr Verfahren sei ein Schluss vom Bekannten aufs Verborgene.47) Ibn Hazm wendet dagegen ein, dass diese Art des Schlusses keineswegs gerechtfertigt ist, wenn unter dem Unbekannten Gott verstanden wird, da wir keineswegs Verhältnisse, die vom Menschen gelten, auf Gott übertragen dürfen.48) Von welcher 45) Sextas P. H. 22: fö 'xvfrfxuTro; tgivuv ooxst 1101, 030v i7rl Tot; As^ojisvoi; arJj Ta»v A0*(uaT1xa>v, oü aovov ä/.azakqizxoz, äkka xai. dvsftivor^To; sivat. axouoytsv |1iv. '(0üv toD llXaxojvt £0)/p«T0ü; 01 0u.0X00)־Dvt0; jjltj siosvai 7u0TSf.0v «vÖ^tDTiO; ioTtV 7j ETSpOV TI. 7CG(f>l3׳Tava1 Tc ß0u7.0|JlSV0l TVJV IwOlOtV CtüTOU ־TpOJTOV JJL3V 01at&0iy0ü31y, sTt« xat 0foüv3za Xsjouaiv. f0 y.lv ק»ץ A־/|U.dxkoito; cpyjatv u. s. w. Obgleich die Pointe des Beweises bei Sextus eine andere ist, so unterliegt doch die Abhängigkeit Al־Razis an obiger Stelle von Sextus keinem Zweifel. 46) wir haben den Terminus 'woliU! ganz allgemein wiedergegeben. Es kann heissen: von dem, was durch Erfahrung bekannt ist, auf das *Unerfahrene. Es kann aber auch bedeuten, auf das Unerfahrbare. In den meisten Stellen hat es einfach die Bedeutung: ein Schluss vom Sinnlichen aufs Uebersinnliche. Vgl. weiter unten. 47) lbn־Hazm III, S. 75: L*i) [näml. d. Mutaziliten] ^LkSI J*. Voran geht der Beweis der Mutaziliten, dass man Gott auch das Attribut der Ungerechtigkeit beilegen müsste, wenn die menschlichen Handlungen von Gott geschaffen wären, ebenso wie wir einen Menschen ungerecht nennen, wenn er Unrecht tut. Ferner berufen sie sich auf das Prinzip, dass eine Handlung nicht von zwei Urhebern ausgehen kann. 48) Das. Ibn-Hazm bemerkt, er habe bereits in einer anderen Schrift über jene Beweisart gehandelt, hier wolle er auf den Irrtum nur kurz hinweisen. Es

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.