Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1913 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- – (sequence 62)
- Language
- German
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22 es sich lediglich um eine Entlehnung von dort handelt, und je absurder und sophistischer die ganze Behauptung und Beweisführung ist, desto lehrreicher ist die Stelle für uns. Wir haben hier gerade an diesem paradoxen Beispiel einen unwiderleglichen Beweis für die Abhängigkeit der Asarijja von der späteren Skepsis, da man doch nicht im Ernste wird annehmen wollen, dass sie gerade diesen einen Satz entlehnt hätten, von dem man nicht weiss, welchen Gebrauch sie von ihm machten und inwiefern er in ihr ganzes System passte. Wir haben also hier eine sichere Basis, auf der fussend, wir einen Einfluss der Skepsis auch da annehmen werden, wo es der Sinn und der Zusammenhang in den Ansichten der Asarijja erfordert, auch wenn wir es nicht mit aller Bestimmtheit nachweisen können. Die obige Stelle ist aber für uns noch in anderer Beziehung lehrreich. Es ist lediglich ein Zufall, dem wir die Mitteilung jener Einzelheit und dadurch die sichere Erkenntnis von der Beeinflussung der As‘arijja durch die Skepsis verdanken. Ibn-Hazm selbst ist sich der Tragweite seiner Mitteilung gar nicht bewusst, er berichtet jene Ansicht als eine Art Kuriosum ohne jeden Zusammenhang mit dem Vorhergehenden und ohne zu wissen, um was es sich handelt.42) Und diese Art der Mitteilung ist charakteristisch für die Schriftsteller, aus denen wir die Kenntnis der älteren Geschichte exofo17]v dcpatpssiv iTspoioujJisvojv. Auf die Anführung der weiteren Beweise verzichten wir. Ebenso P. H. III, 38 und adv. Math. IX, 331. 42) Dass sich Ibn-Hazm keines Zusammenhanges bewusst ist zwischen der Haitheorie der Asarijja und ihrer Ansicht über das Ganze und die Teile, ist ganz klar. Dennoch ist es vielleicht kein blosser Zufall, wenn sie bei Ibn-Hazm aufein־ anderfolgen. Wir wollen einmal den Fall setzen, dass die Behauptung, die Ahwal, das heisst: die allgemeineren Begriffe, weder sind noch nicht sind, ursprünglich nur ein Ausdruck des Zweifels ist und den Sinn hat, dass man weder das Sein noch das Nichtsein behaupten könne. Unter dieser Voraussetzung Hesse sich vielleicht ein wenn auch nur äusserlicher Zusammenhang für die Quelle vermuten, der Ibn-Hazm seine Mitteilungen über die As‘arijja entlehnt. Bei Sextus folgt die Erörterung ob den Gattungen und Arten Realität zukomme, unmittelbar auf die oben zitierte Erörterung über das Ganze und den Teil, vgl P. H. II c. 19: 7:3,01 oLov '/sj\ u.£po׳jc, c. 20: nspi •fcviüv zat eioaiv. Es sei noch erwähnt, dass von Abu- Hasim, dem Urheber der Haitheorie, der Ausspruch mitgeteilt wird, dass der Zweifel die Vorbedingung des Wissens sei (De Boer, Geschichte der Philosophie im Islam, S. 54). Doch kennen wir den Ausspruch im Zusammenhang nicht und betrachten das Ganze als eine äusserst vage Vermutung, wollen jedoch nicht unterlassen auf den merkwürdigen Umstand hinzuweisen, dass auch bei Sextus die Erörterung über den Teil und über die Realität der Allgemeinbegriffe aufeinander folgen.