Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1913 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- – (sequence 60)
- Language
- German
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…/2720904-2721037--059-2725853- Visual Library
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20 bekämpften Lehre des Demokrit angeschlossen hätten, verdient nicht, ernst genommen zu werden. Vielleicht wird diese auffällige Erscheinung verständlicher durch die Annahme, dass die Asanten in der Tat ursprünglich nicht von Demokrit, sondern vom Skeptizismus ausgingen und die Lehre Demokrits sich erst hinterher aneigneten, da sie sich, wie später gezeigt werden wird, mit ihrem skeptischen Standpunkt am besten vertrug. Darin aber, dass sie, wie sogleich nachgewiesen werden wird, vom Skeptizismus ihren Ausgangspunkt nahmen, liegt nichts Befremdendes, vielmehr konnte ihnen ihrer ganzen Tendenz nach nichts näher liegen als gerade der Skeptizismus. Bereits Maimuni bemerkt, dass die Mutakallimun nicht un־ abhängig und voraussetzungslos an die Beschäftigung mit der Philosophie herantraten, sondern in der ausgesprochenen Absicht, von den Vorgefundenen philosophischen Lehren sich gerade diejenigen anzueignen, die ihnen am passendsten schienen, ihre dogmatischen Ansichten zu stützen. So kam es nach seiner Meinung, dass sie oft auf die Ansichten der älteren Philosophie zurückgriffen, obgleich diese Ansichten von den Späteren längst widerlegt worden waren, wenn sie nur tauglich schienen, ihnen im Kampfe mit ihren philosophischen Gegnern als Waffe zu dienen. Die Richtigkeit dieser Ansicht vorausgesetzt, was konnte den Asariten im Kampfe gegen die Philosophen willkommener sein als der Skeptizismus, welcher sich nicht gegen die eine oder andere, sondern gegen jede philosophische Ansicht wendet? In der Tat werden wir sehen, dass der Skeptizismus den Aüariten als Grundlage für viele ihrer Behauptungen diente, wenn sie auch nicht bei demselben stehen geblieben sind. Zum Beweise einer Abhängigkeit der As‘arijja von der Skepsis im Allgemeinen könnte zunächst eine Stelle bei Maimuni herangezogen werden. Unter den Fundamentallehren der As‘arijja erwähnt er ihre Ansicht, dass durch die Sinne nicht die wahre Beschaffenheit der Dinge erkannt werde, und in der Begründung sagt er, dass sie von einem doppelten Gesichtspunkte aus die Aussage der Sinne für nicht zuverlässig erklärten. Erstens entziehe sich vieles der Wahrnehmung der Sinne, sei es, wie beispielsweise die Atome, wegen der Winzigkeit des wahrzunehmen־ den Objekts, sei es wegen der allzu grossen Entfernung zwischen Subjekt und Objekt. Zweitens unterliegen die Sinne vielen Täuschungen, sei es durch die äusseren Verhältnisse, sei es durch die Beschaffenheit des Subjekts. So erscheine das Grosse in der Entfernung klein, das Krumme gerade, wenn ein Teil sich im Wasser