Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1913 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- – (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2720904-2721037--055-2725849- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
16 rieht von Abu Suleiman vielleicht übertrieben sein, so wird man doch immerhin mit Sicherheit annehmen dürfen, dass der Skeptizismus vereinzelte Anhänger unter den Mutakallimun gefunden hat. Auch in jüdischen Kreisen dürfte es dem Skeptizismus nicht an Vertretern gefehlt haben, wenn es auch dahin gestellt bleiben mag, ob ihre Zahl gross war. So berichtet Ibn-Hazm von zwei jüdischen Aerzten, inbetreff deren er die Ueberzeugung hatte, dass sie sich zur Lehre von der Isosthenie bekennen.32) Noch mehr aber empfängt man aus der Einleitung Saadias zu seinem religionsphilosophischen Werke den Eindruck, dass die Ansichten der griechischen Skeptiker an einzelnen seiner Zeitgenossen nicht spurlos vorübergegangen waren. In beredten Worten setzt er daselbst auseinander, dass er aus einem praktischen Bedürfnis sich zur Abfassung seines Buches veranlasst sehe, um gewissen Schäden, an denen seine Zeit kranke, nach Tunlichkeit zu steuern. Aus der Schilderung, die Saadia bei dieser Gelegenheit von seiner Zeit entwirft, geht hervor, dass eine gewisse Zweifelsucht in weiten Kreisen um sich gegriffen hatte, dass es sehr Vielen an jeder Festigkeit, an jeder sicheren Ueberzeugung gebrach. Er redet von solchen, die jeden Halt verloren hatten, die ihre Anschauungen beständig wechselten, und die mit Menschen zu vergleichen sind, die überhaupt nicht mehr wissen, welchen Weg sie einschlagen sollen. Ferner spricht er von solchen, die nahe daran sind, im Meere der Zweifel unterzutauchen, über welche die Wogen des Irrtums zusammenzuschlagen drohen und denen niemand die rettende Hand reicht, um sie aus dem Abgrund zu sich heraufzuziehen. Aus diesem Grunde eben habe er sein Buch verfasst, um jenen Zweifelsüchtigen zu Hilfe zu kommen, um ihnen sozusagen das rettende Seil zuzuwerfen.33) Hier ist offenbar von arabischen Anhängern der Zweifellehre die Rede. Vgl. auch Kremer, Kulturgeschichte des Orients II, S. 267, wo von einer skeptischen Schule berichtet wird, die unter Mamun mit dem Namen Hosbanijja existierte. Ferner verfasste Hudail b. Alaf ein Buch der Zweifel. ”) V, s. 120: Jjö• .^*Jl 0Uj J^iü) |A£ J! L\P ^1 wdAXp. olyül JJL.JI &.Ü.X. LUjsäij י Die letzte Aeusserung ist sehr charakteristisch. 33) Em. S. 3.