Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1913 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- – (sequence 54)
- Language
- German
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…/2720904-2721037--053-2725847- Visual Library
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logischen Theorien.25) Er erwähnt daselbst vier verschiedene Richtungen. Wie wir aber anderwärts nachgewiesen haben, geht die Darstellung Saadias auf den Theätet zurück. In Wahrheit reduzieren sich die von Saadia genannten vier Richtungen auf zwei: auf die Partei der Subjektivisten und der Skeptiker.26) Ausser Saadia erwähnt Ibn Saddik beiläufig die Ansicht derjenigen, welche die Realität der Sinneswahrnehmungen bezweifeln, und zitiert einen angeblichen Ausspruch des Aristoteles, dass es kein besseres Mittel gebe, diese Zweifler zu bekehren, als durch körperliche Strafen sie vom Gegenteil zu überzeugen.27) Das. 25 ff. 26) Vgl. Cohen-Festschrift S. 242 ff. Wir haben daselbst S. 248 Anm. 3 die Namen der von Saadia angeführten Richtungen mit den Parteibezeichnungen bei Tusi in seinem Kommentar zu Al-Razi S. 23 verglichen. Derselbe nennt drei Parteien. Die La'adrijja, die Nichtwissenden (von >^J, die da zweifeln und selbst an ihrem Zweifel zweifeln. Die Inadijja, die Rechthaberischen, welche behaupten, dass jeder Thesis eine gleich gut begründete Antithesis sich gegenüberstellen lasse. Die Subjektivisten, die Indijja (von (j:Jsbei mir, nach meiner Ansicht), welche behaupten, es sei für jeden das, was er für wahr halte, wahr im Verhältnis zu sich selbst, falsch im Verhältnis zu einem andern. Wir haben dort die Vermutung ausgesprochen, dass Inadijja (La‘adrijja ist ein Druckfehler) der allgemeine Name für die ganze Partei der Sophisten war, innerhalb deren man dann zwei Richtungen, die der Subjektivisten, Indijja, und der Skeptiker, La‘adrijja, unterschied. Wir fügen nun hier noch eine Stelle aus Ibn-Hazm hinzu, in der gleichfalls von drei Riehtungen die Rede ist. I, S. 8: ji äj>^L2 (nämlich die Sophisten) ^5׳• JylS JJob Die Bezeichnungen fehlen hier. Es scheint nun sicher zu sein, dass zwischen den Inadijja und Indijja kein Unterschied zu machen ist, da beide Namen auf die Sophisten hinweisen, sachlich aber wäre es immerhin möglich drei Richtungen zu unterscheiden. Und zwar könnte man sagen, dass zwischen der ersten und zweiten Ansicht bei Ibn־I)azm der Unterschied gemeint sei, welchen Gellius Noct. att. XI,5 zwischen der akademischen und pyrrhoneischen Skepsis macht. Die Akademiker sollen wenigstens den skeptischen Sätzen Gewissheit zugeschrieben haben, während die Pyrrhoneer, selbst diese bloss als ungewiss hinstellten. Es würden demnach zwei Richtungen innerhalb der Skepsis der subjektivistischen Partei des Protagoras gegenüber gestellt werden. 2י) Mikrokosmos, s. 5: וצוה אריסטו בספר טוביקי לתת בקולר ולייסר את כל הכופר בדברים הנראים ונשמעים. vgl. Aristoteles, Topik 1, 105a 3: ou Sri ZI xäv 05BI Tuaaav ftsoiv i7u1ax07ü£tv, dXV 7Jv 07cop7j0s1sv av xit; xd>v Xoyov oso^eveuv xal zoXdascjiK; 7) dtafbjasü):; 01 pisv ydp obcQpoovxss 7udxspov ost xouc; fkou(; xtjjiäv . . . zoXdasojc; osovxoa, 01 oh. icoxspov ■q 7.wjv Xeux7] ou dialbjaeüx;. Es liegt bei Ibn- Saddik eine Verwechslung der beiden von Aristoteles gebrauchten Beispiele vor. Vgl. oben S. 11 A. 18 und Saadia, Em., S. 36.