Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1914-01-01 · 1913 (1914) · page 50

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1913 (1914)
Date
1914-01-01
Page
– (sequence 50)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2720904-2721037--049-2725843
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

10 Ibn-Hazm macht hierauf die Bemerkung, er kenne keine Schrift, in welcher das Prinzip der Isosthenie widerlegt worden wäre, weshalb er selbst sich dieser Aufgabe unterziehen wolle; doch hat es für uns kein Interesse, auf seine Einwürfe einzugehen. Sie decken sich zum Teil mit den Einwänden, die man von jeher der Skepsis entgegengehalten hat, und bieten im Grossen Ganzen nicht viel Neues. Eine noch weit vertrautere Bekanntschaft mit den Lehren und Argumenten der griechischen Skeptiker verrät Al-Razi, doch entspricht es nicht unserer Aufgabe, uns mit seinen Ausführungen eingehender zu beschäftigen. Uns ist es hauptsächlich darum zu tun, zu ermitteln, inwieweit die Ansichten der griechischen Skeptiker den Arabern bereits in alter Zeit bekannt waren, um daraus weiter zu folgern, inwiefern gerade in dieser Zeit, in der die verschiedenen Richtungen der griechischen Philosophie erst in der Entstehung und Bildung begriffen waren, ein Einfluss der griechischen Skepsis als wahrscheinlich angenommen werden kann. Hingegen kommt für uns die Zeit des 1209 verstorbenen Al-Razi, in der von irgend einer neuen Richtung und folglich auch von einem Einfluss der griechischen Philosophie nicht mehr die Rede sein kann, nicht weiter in Betracht. Es genügt daher, wenn wir seine Darstellung kurz skizzieren. Er unterscheidet vier Ansichten hinsichtlich der Erkenntnis. Eine Richtung, welche die meisten Anhänger zählt, erkennt die Wahrheit der Sinneswahrnehmungen und der an sich evidenten Urteile, der sogenanten Axiome, an. Eine zweite Richtung, zu deren Anhängern Al-Razi auch Plato und Aristoteles rechnet, bestreitet die Zuverlässigkeit der Sinneserkenntnis. Es folgen die bekannten Argumente von den verschiedenen Arten der Sinnestäuschung, von der Abhängigkeit der Wahrnehmung von Zuständen des wahrnehmenden Subjekts.13) Die dritte Klasse bestreitet die sogenannten axiomatischen Urteile, während sie die Sinneserkenntnis unangefochten lässt Als solche betrachtet sie 1. den Satz des Wider- Spruchs; 2. den Satz, dass das Ganze grösser sei als der Teil; ist zu sagen, mit welcher Variation die Beweise bei Ibn-Hazm identisch sind. Vgl. Sextus P. H. II 134ff. adv. Math. VIII 300ff. 13) Al-Razi, Muhassal, S. 6: io-ftil /3-üs ^b XjoIaJ! I 51ר A* J . . .

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.