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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1914-01-01 · 1913 (1914) · page 48

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1913 (1914)
Date
1914-01-01
Page
– (sequence 48)
Language
German
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8 Doch ist es für uns nebensächlich, ob Ibn-Hazm den Ausdruck richtig verstanden hat oder nicht, da jedenfalls von Haus aus damit das Prinzip der griechischen Skepsis gemeint ist und auch die von Ibn-Hazm angeführten Beweise von dort entlehnt sind. Ibn-Hazm bemerkt zunächst, dass die Anhänger der Isosthenie sich in der Anwendung dieses Prinzips von einander unterscheiden. Die Radikalsten unter ihnen stellen selbst die Existenz Gottes in Frage und behaupten ihrer Lehre von der Isosthenie gemäss, dass man die Existenz Gottes weder mit Gewissheit bejähen, noch verneinen könne. Andere nehmen das Dasein Gottes an und beschränken ihre Skepsis auf die Sendung des Propheten, das heisst: den Inhalt der Offenbarung. Eine dritte Klasse zieht der Anwendung jenes Prinzips von der Isosthenie noch engere Grenzen und verhält sich bloss skeptisch in bezug auf das, was ausserhalb des Kreises der Offenbarung fällt.9) Dass diese Unterschiede nicht in der griechischen Skepsis begründet sind, und dass man es hier lediglich mit einer durch Ibn-Hazm von seinem Standpunkte aus vorgenommenen Klassifizierung zu tun hat, braucht nicht erst gesagt zu werden. Offenbar hat Ibn-Hazm Zweifler seiner Zeit vor Augen und klassifiziert sie in ihrem Verhalten zu der Lehre von der Isosthenie nach ihrer Stellung zu einzelnen Fragen. Was nun die von Ibn-Hazm angeführten Beweise betrifft, so erkennen wir in ihnen leicht die Beweise der Skeptiker wieder. In erster Reihe berufen sich die Anhänger der Isosthenie auf die grosse Meinungsverschiedenheit unter den Menschen, die undenkbar wäre, wenn durch Beweis endgültig festgestellt werden könnte, auf welcher Seite die Wahrheit und auf welcher der Irrtum sich befindet. Dieser Beweis wird sehr weitläufig ausgesponnen, und namentlich wird auf die grosse Mannigfaltigkeit und Verschiedenheit der religiösen Vor- Stellungen hingewiesen. Nicht bloss die verschiedenen Religionen bekämpfen sich gegenseitig, sondern auch die Bekenner ein und derselben seits gegen diejenigen, die bloss zweifeln, andererseits gegen diejenigen, welche mit Bestimmtheit behaupten, dass es keine Erkenntnis gebe: qL Lc|^ JlXäl *3 q-ÜUJ oLm^äJ! LL 1Uj3 ^15 sibol 1 JdUi! Jjbj usw. Jedenfalls wird hier vorausgesetzt, daß auch die Gegner die sinnliche und die unmittelbare Verstandserkenntnis nicht bestreiten. ף Das. S. 119 ff.

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