Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1912 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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6 insoweit es sich um ״unnütze‘‘, will sagen ״arme“ Juden handelte, zu verhindern. Barmherzigkeit und Duldung zeigte bei dem ganzen neuen Toleranz-System sich höchstens in dem Namen der Steuer und aller Einrichtungen, die damit zusammenhingen. Immerhin wurde durch die Neuordnung der Dinge wenigstens Bemittelten die Möglichkeit verschafft, das Recht des Aufenthalts zu erschwingen. So wurde allmählich der Zuzug stärker und namentlich die Breslauer Gemeinde grösser. Schon 1722 zählte man hier 775 ortsanwesende jüdische Seelen1), und schon zwei Jahre später entstand die noch heute blühende ״fromme Brüderschaft“, die das erste einigende Band der hier wohnhaften Juden bildete2). Dabei Unwesen, so von dem gottlosen, gemeinen, nichtswürdigen, jüdischen, vorstädtischen Gesindel verursacht wird, gänzlich abzuhelffen, als dass durchgängig . . . alle abgeschaffet und nicht ein^ einziger Jude forthin mehr allda rezipiret oder tolerirt werden dörffe“. Darauf bezieht sich auch das wenige Wochen vorher (am 18. Januar) eingereichte Memorial der Kaufmanns-Aeltesten um Verminderung und endliche Ausrottung des jüdischen Ungeziefers (Ratsarchiv, Klose, NNN 487). Denselben Gegenstand behandeln die Verfügungen d. d. Glogau, 25. August 1728 (Staatsarchiv Glogau II, Judensachen 1680—1756), Breslau, 17. Dezember 1736 (Friedenberg, a. a. O., S. 198), das erneute Memorial der Kaufmanns-Aeltesten an den Rat d. d. Breslau, 11. Mai 1737 über die Juden, die auf den Stiftern St. Matthias, St Vinzenz und vor dem Odertor wohnen (Stadtarchiv, Klose, NNX 500), das Oberamts-Patent vom 18. Juli 1738 (Walther, a. a. O., S. 203) und das Reskript des Oberamts vom 20. April 1740 (Stadtarchiv, Scheinigs Repert. 689). J) Gesch. d. Landrabbinats S. 19 f. 2) Die ältesten Satzungen sind nicht erhalten. Nur so viel wissen wir aus § 19 der 1760 entworfenen, am Dienstag Abend, den 17. Febr. 1761, vollendeten und am Freitag, den 20. März 1761, Unterzeichneten neuen Satzungen, dass damals die alten vom Jahre 1724/25 תפ״ה noch vorhanden und bekannt waren. Die vom Jahre 1760/61 sind—mit einer sehr charakteristischen Auslassung— am Ende der ed. Dyhernfurth 1806 des ״ קצור מעבר יבקD auf 14 unpag. Bl. 8° gedruckt. Sie sind vom Landrabbiner Joseph Jonas Fränckel, dem Obervorsteher Lipmann Freund, drei כשרים, Vier כבאים — der zweite von ihnen war der berühmte R. Isaias Löw Berliner — und zwei stellvertretenden גבאים unterzeichnet. Einen ersten Nachtrag erhielten sie im Jahre 1762, einen zweiten am 22. Februar 1792 und einen dritten am 28. März 1793. Den Vorsitz im Vorstand führte 1792 Jechiel Michael מ״ם C= מוכר ספרים} aus Frankfurt am Main, der Besitzer der Djdiernfurther Druckerei [seit dem 22. Dezember 1774], der am 28. Juni 1791 sich zum ersten Mal mit dem Namen ״Mayu Unterzeichnete und am 4. Januar 1795 gestorben ist. Weshalb die Jahrhundertfeier des Vereins erst 1826 stattgefunden hat, wie aus dem Gebet, das M. B. Friedenthal damals gehalten hat (gedruckt am Ende seines מאמר מרדכי zur Verteidigung der Gottesdienstordnung in der Synagoge der Gesellschaft der Brüder [Breslau 1834, 8], S. 49) und aus dem bei diesem Anlass