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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1913-01-01 · 1912 (1913) · page 5

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1912 (1913)
Date
1913-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721013--04-2725739
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5 das Toleranzamt1) eingeführt. Von Stunde an wurde der Toleranz- Zettel, d. h. die letzte Quittung über die gezahlte Steuer, der unzertrennliehe Begleiter des schlesischen Juden von der Wiege bis zum Grabe. Erst Jahre lang, nachdem die Duldung wirklich ihren Einzug gehalten hatte, verbot ein Rundschreiben des Oberamtes2) die Worte ״Toleranz“ und ״tolerieren“ bei den Juden ferner anzuwenden. Bis dahin aber suchte ein System kunstvoll ersonnener kleinlicher Massregeln3) den Zuwachs der Inländer auf dem Wege natürlicher Vermehrung und die Einwanderung von Ausländern4), 1) Deren gab es 1713 zwanzig, nämlich in Breslau, Neisse, Schweidnitz, Jauer, Glogau, Grünberg, Oppeln, Ratibor, Zillz, Liegnitz, Brieg, Wohlau, Sagan, Troppau, Jägerndorf, Oels, Münsterberg, Teschen, Beuthen und Wartenberg. Wer über sechs Wochen mit der Zahlung im Rückstände blieb, wurde ausgewiesen. Den Toleranzzettel, die Quittung über die Zahlung, musste der Jude stets bei sich tragen und ״keine Herrschaft, Obrigkeit, noch ein privilegierter Wirt, er sei Christ oder Jude, durfte sich gelüsten lassen, einen Juden ohne Vorzeigung eines solchen Zettels aufzunehmen“ (Vgl. Wolf, a. a O.). Noch am 21. Oktober 1784 erging eine Verfügung, die die Massregel in aller Strenge aufrecht erhielt (Samml. pp. XVIII, Nr. 103, S. 231). 2) d. d. Breslau, 4. und Glogau 20. März 1799. In Zukunft sollte es nur noch ״Judenämter“ und ״Judenschutzgeld“ geben (Samml. pp. VI, Nr. 130, S. 290). 3) Am 21. Oktober 1726 erschien ein Oberamts-Patent mit dem Befehl, dass für die Kopfzahl der Juden der Bestand vom 16. August 1725 festzuhalten und dafür zu sorgen sei, dass deren Zahl in Schlesien nicht anwachse. Das Patent musste in allen Synagogen vorgelesen werden. Vorkommendenfalls mussten sogar die Juden, die das Incolat bereits erworben hatten, sich einer weiteren Reduktion unterwerfen (Collect. Brachvogel, VI, Nr. 343, S. 1874, Walther, S. 203, Zimmermann, S. 30, v. Rönne und Simon, S. 224). Am 18. April 1735 wurde das Reskript von neuem eingeschärft (Friedenberg, 11b. I c. X, § 31, S. 201). Auch wurde eine strenge Aufsicht über die Heiraten der Juden geführt, vgl. das Oberamtsdekret an die Glogauer Juden-Eltesten vom 22. Oktober 1714 und dessen Erneuerung d. d. 3. November 1725 (Friedenberg, de jure Siles. T. I, lib. I, c. 10, S. 201, zitiert von Walther, Sües. diplom. S. 350). 4) Durch Patented. d. Prag, 17. August 1716, und Breslau, 19. Mai 1717, wurden alle Obrigkeiten angewiesen, zu melden, wo und quo jure sich Juden dermalen aufhalten (Friedenberg, tract. jurid. pract. 1. I. c. X, § 30, S. 197, Samml. schles. Privil. I, Nr. 160, S. 415, Walther, a. a. O., S. 201). Am 20. Juli 1724 erging darauf die Verfügung, dass kein fremder Jude in Schlesien aufgenommen und geduldet werden dürfe (Samml. pp. II, Nr. 187, S. 504, Walther, a. a. O., S. 202). Vgl. die Patente vom 27. September 1725 (Staatsarchiv F, Breslau II 8e), vom 26. September 1725 (Staatsarchiv Glogau II, Juden- Sachen 1680—1756) und das Reskript d. Oberamts an den Rat von Breslau vom 20. Dezember 1726 (Stadtarchiv, Scheinig Repert. 688), worauf der Rat am 27. Februar 1727 antwortete, in Breslau gebe es ausser den Münzjuden keine fremden Juden. Anders sei es in den Vorstädten. Er habe kein Mittel, ״all dem

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