Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1912-01-01 · 1911 (1912) · page 73

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1911 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 73)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2720904-2721015--72-2725712
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

281 was er ist, und um derentwillen er da ist.159) Es bleibt demnach nur die dritte Möglichkeit übrig, dass Körper und Seele gleichzeitig zur Existenz gelangen und in einem Verhältnisse der Beziehung zu einander stehen, und zwar muss die Relation von der Art sein, dass jedem Gliede derselben eine selbständige Existenz für sich zukomme, ähnlich wie dies bei den Begriffen von Vater und Sohn ’Stattfindet. Ebenso wie dort der Tod des einen nicht den Tod <ies anderen bedingt und lediglich die Beziehung fortfällt, wird auch durch die Trennung der Seele vom Körper lediglich die Beziehung zwischen beiden aufgehoben, ohne dass der Untergang des einen den Untergang des anderen nach sich zöge. Keineswegs aber kann die Realität der Seele und des Körpers lediglich in der Relation bestehen, so dass sie den abstrakten Begriffen Vaterschaft und Sohnschaft entsprächen und mit der Aufhebung der Beziehung ihre Existenz mit aufgehoben wäre, da in diesem Falle beide bloss Accidenzen wären, was aber offenbar falsch ist.160) Schliesslich sei noch ein Einwand widerlegt, den einige folgendermassen formulierten: Die Seele ist die Form des Körpers, unter allen sinnlich wahrnehmbaren Körpern aber ist noch keiner gefunden worden, dessen Form sich nach seiner Auflösung er- 159) Em. r., ibid.: ואם היה התלות הנפש בגשם על שמשם קודם אחר כן השיגתהו הנפש לא ימלט ענין הנפש נ״ב אז משיהיה הגשם קודם לה מבלי שיהיה הגשם סבה לה ואם שיהיה קודם לה והוא סבתה וכד והסבות ארבעה ובד ובטל שיהיה הנשם הוא פועל הנפש ובר ויותר רחוק מבל רחוק שיהיה הגשם חומר הנפש או צורתה אחר שכבר בארנו שהנפש היא צורת הנשם וכוי. Hier liegt ein unmittelbarer Widerspruch vor, denn eben darum, weil die Seele Form des Körpers ist, ist der Körper ihre Materie. Wie sollen denn überhaupt durch einen Grund zweckentgegengesetzte Annahmen, nämlich dass der Körper Materie oder Form sei, widerlegt werden? Was Ibn Daud sagen wollte, geht aus Ihn Sina hervor, der an der oben angeführten Stelle wie Ibn Daud, von der vierfachen Bedeutung der Ursache ausgehend, bemerkt, dass in keiner der vier Arten der Körper Ursache der Seele sei: kjJJ-JS C)t qÜ KJUi" j! Durch die richtige Auffassung unserer Stelle haben wir einer Schwierigkeit vorgebeugt, die uns später begegnen wird, vgl. w. u. Anm. 163. 160) Em. r., ibid.: על שהם מצטרפים ואם היה המציאות [H. ad.הנה נשאר [שיתלו לדם בענק לבדו וכד והם עם זה מצטרפים ובד ואם היה ענין המציאות לגשם והנפש הוא IH. הנפש האנושית הכרחית להתלות [לההתלות [h. ad. מנין ההצטרפות וכד א״כ [אין בגשם. Das Verhältnis, das sich schliesslich als richtig erweist, ist dasjenige, welches Ibn Sina oben nennt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.