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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1912-01-01 · 1911 (1912) · page 72

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1911 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 72)
Language
German
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IRI
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280 Nun sind in bezug auf das Verhältnis zwischen Seele und Körper nur drei Fälle möglich. Entweder die Seele geht dem Körper voran, oder der Körper der Seele, oder sie gelangen gleichzeitig zum Dasein.157) Was nun die erste Möglichkeit betrifft, so ist sie früher bereits widerlegt worden; aber gesetzt, wir wollten diese Möglichkeit zulassen, würde ja gerade daraus die Fortdauer der Seele folgen, weil ebenso wie die Seele eine Zeitlang vor dem Körper existieren konnte, ihr dies auch nachher, nach der Tennung von ihm, möglich sein müsste. Den zweiten Fall angenommen, so fragt es sich, was unter der Präexistenz des Körpers vor der Seele verstanden werden soll•158) Geht der Körper der Seele bloss zeitlich voran, ohne ihre Ursache zu sein, ähnlich wie etwa der Greis früher da war als der Jüngling, so fehlt jede Art von Abhängigkeit zwischen beiden und das Aufhören des Körpers kann ebensowenig den Untergang der Seele bedingen, wie der Tod des Greises den Tod des Jünglings, weil der eine dem anderen der Zeit nach voranging. Soll aber unter der Präexistenz des Körpers ein ursächliches Frühersein verstanden werden und der Körper Ursache für die Existenz der Seele sein, so ist zu bemerken, dass es nur vier Arten von Ursachen gibt, die materielle, formale, bewirkende und Zweckursache. In keiner dieser Bedeutungen kann der Körper Ursache der Seele sein. Er kann nicht bewirkende Ursache sein, da es vielmehr die Seele und besonders die vegetative ist, welche den Körper gestaltet. Noch viel weniger kann der Körper Ursache in den anderen Bedeutungen sein, da die Seele vielmehr Form und Zweck des Körpers ist, die ihn zu dem macht. 157) Em. r., s. 39: ונמנה עתה מיני ההתלות ונאמד שלא ימלט התלות הנפש הגעתה [h. בנוף מאחד משלשה מינים אם שתהיה הנפש קודמת ואחר יגיע הגשם על [אל ואם שיהיה הגשם הוא הקודם ואחר תשיג הנפש מושגיה ואם שיהיה המציאות להם שהם יחד. Vgl. Ibn Sina bei Sahr., S. 423: Die Seele stirbt nicht mit dem Tode des Körpers: גא vÜÜjüU ^צ oiLu au adtbu q! LaLs <^צ «ÜUCJI jiyi ^כ1ג jS>*+4J1 uäJLäj au aüü*j qjXj olJJI ^5 oüjt'i iijfö 14^« ^u*sÜf Lc!_2 # # . Kit qI qI 0*13t’i (jouil ן*.\£ |»uN£( 158) Em. r., ibid.: וקדימת הנפש לגשם רצוני שתהיה בפועל השלם וכר. Vgi. den dritten Fall in der oben aus Ibn Sina angeführten Stelle.

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